51 Prozent Merlot und 49 Prozent Cabernet Franc. Der Ertrag lag bei 39 Hektoliter pro Hektar. Satte schwarze Kirsche, sehr viel Flieder. Erstaunlich wuchtig für den Zweitwein. Viel Schub mit Holunder, sehr blumig. Der Mund springt einen an, weil er so lecker ist! Süße schwarze Kirsche, Holunder und Veilchen, dazu süße Lakritze, Nutella und Nougat. Die Veilchennote schiebt sich immer wieder hoch, langsam kommt ein bisschen frische Säure von roter Johannisbeere. Die Balance ist hervorragend, der Wein macht Freude und ist für diesen Preisbereich einfach extrem schick, weil er so reich in der Frucht ist und so opulent. Ein üppiger Castillon für die Freude – nicht zum Anbeten. *** Monbadon ist ein von Jean-Philipp Janoueix gerade erst gekauftes Château in Castillon. Ein uraltes Weingut mit einer ewig langen Historie. Vor Jahrhunderten war es bereits in die Kämpfe zwischen Aquitanien und Frankreich verwickelt. Jean-Philippe hat das Château mitsamt der 30 Hektar Weinberge gekauft, davon wurden 20 erstmal gerodet, sie werden neu bepflanzt. Die verblieben zehn Hektar sind mit durchschnittlich 38 Jahre alten Reben bestockt. 5.500 Pflanzen pro Hektar. Sie stehen auf purem Kalkstein mit blauem Lehm auf der höchsten Lage überhaupt in Castillon, wenn man denn hier bei 120 Metern überhaupt von Höhe sprechen kann. Aus diesen zehn Hektar macht Jean-Philipp zu 60 Prozent den Zweitwein Indie de Monbadon, er wird im Beton vergoren und dann zu einem Drittel in zweitbelegten Tonneaux von Stockinger ausgebaut, zu zwei Dritteln in gebrauchten Barriques. Der Erstwein wird zu drei Vierteln im neuen Holz ausgebaut und zu einem Viertel in Betonamphoren. Das Weingut ist bio-zertifiziert.