Der Escherndorfer Lump öffnet sich wie ein Parabolspiegel gen Süden und fängt das ganze Jahr über die Sonne ein. Der Steilhang mit Muschelkalkboden ist perfekt vor kühlen Nordwinden geschützt. Der Riesling wird spontan angegoren und vier bis fünf Monate auf der Hefe ausgebaut, komplett in Edelstahl. Die 2024er bei Horst Sauer zeigen deutlich weniger Exotik und Frucht als in früheren Jahren, sie gehen mehr zum Terroirausdruck. Es ist mittlerweile alles spontan vergoren, die Weine sind seriöser und stringenter, steiniger, griffiger. Das ist schon fordernder als früher. In der Nase zerstoßener Kalkstaub, kühle Frucht, für Horst Sauer ein fast puristischer Riesling-Ausdruck. Die Frucht ist reduzierter, geht mehr zu Zesten und hellgelber, ganz feiner Mirabelle, Zitronentee, weiße Johannisbeere. Die Säuren sind etwas runder und geschmeidiger als im Vorjahr, was für ein köstlicher Schmelz. Dieser Wein ist die frühere Spätlese trocken und hat entsprechend auch Gewicht im Mund, ist druckvoll und herbsaftig, mit kühler Mineralität. Einfach ein schicker Wein!