Der Wein steht zum einen auf einer Gewannlage namens »Vogel« und zum anderen in der kühlen Parzelle »Amerika«. Quasi ein Großes Gewächs, obwohl Holger Koch nicht im VDP ist, denn das ist kein geschützter Begriff. Aber es steht nicht auf dem Etikett, auch um keine schlafenden Hunde in Behörden zu wecken. Der Selektionswein ist immer ein Grauburgunder wie ich ihn liebe, weil er Saftigkeit und Charme mit toller Mineralität vereint, tolle Komplexität hat und dabei so vibrierend fein und animierend ist. Super geniale Nase für einen Grauburgunder, weil sie so frisch und glockenklar daherkommt, zitrisch dominiert. Kandierte Mandarine, Nektarine, Mirabelle, schöne gelbe Frucht des Kaiserstuhls, aber eben mit einer grandiosen Präzision und Frische. Der Ausbau im Holz verleiht dem Wein einerseits Flügel, lässt ihn eleganter wirken und gleichzeitig auch mehr Druck. Auch hier der Kunstgriff von Holger Koch, es wurde ein ganz kleiner Teil der Ernte komplett Maischevergoren und vor dem Ausbau im Holzfass dann wieder cuvetiert, einfach um mehr Struktur zu bekommen. Diese Zugabe bringt ihm genau diese Struktur, dieses Mundgefühl, schön zupackend hintenraus, das gibt die nötige Frische und Textur in warmen wie in kühlen Jahren. Großartige Länge, der Wein definiert sich eben nicht durch eine vordergründige Säurestruktur, die schlummert eher nebenbei im Kern. Es ist dieser zarte Gerbstoff der hier richtig Kraft und Frische reinbringt. Gefällt mir sehr gut.