Nur Steillage zur Rheinfront. Reine Südexposition, 40 Jahre alte Reben. Ganz klassische Ganztraubenpressung. Spontan vergoren. Ausbau im großen Holz. Es ist schon verblüffend, wie eben genau diese Weine von Breuer so sehr die Weine von Breuer sind. Egal ob es früher beim Vater war oder jetzt die Tochter Theresa. Die Weine haben einen so klaren Antrunk, eine so hohe Mineralität. Die Weine sind eben nicht nur ultrafein, sondern auch ultraklar. Keinerlei Botrytis, super clean. Keine Exotik, sehr viel Tee in der Nase. Feine gelbe, vielleicht auch mehr weiße Früchte. 2023 ist für den Rheingau ein super Jahrgang gewesen, zumindest dort, wo sehr penibel gearbeitet wird und die Böden eine gute Versorgung haben. Wir haben im Rottland in einer Reihe mit den anderen Lagen eine offenere und expressivere Frucht, der Rottland ist trotz seiner Steinigkeit schon kein Kostverächter. Gewachste Zitrone, Quittenschale, Jasmin. Die Wärme des Jahrgangs nimmt der Rottland gut auf, stellt seine steinige Spannkraft dagegen, er wirkt nie fett, ist aber schon ein druckvoller Typ in diesem Jahr. Es wirkt kühler und in sich gekehrter als der Rüdesheimer Ortswein, der mir fast ins Gesicht gesprungen ist. Ich hätte diese Ruhe und Eleganz im Rottland nicht erwartet. Sehr geschliffen, straff im Antrunk. Das kracht richtig, aber nichts tut weh von der Säure her. Wir sind hier nicht zitrisch, wir sind hier nicht in spitzer Säure unterwegs, sondern mehr in einer salzig, mineralischen Länge. Rheingauer Riesling, der mit seiner Breuer’schen, ureigenen Stilistik so eine Art Monopolstellung besitzt.