Im Nonnenberg stehen die ältesten Reben des Weingutes, die nur noch wenig Ertrag bringen, aber Theresa bringt es nicht übers Herz sie zu roden. Sie sind in den 1950er Jahren gepflanzt. Es ist auch klar die kühlste Lage in Breuers Portfolio. 1993 war der erste Jahrgang für den Nonnenberg von Theresas Vater Georg. Die Lage ist etwas abseits des Kerngebietes um Rüdesheim. Theresa sagt, es ist immer eine Reise dorthin, obwohl es natürlich nicht weit ist, aber die Weinreben umgeben sie eben nicht, wie die der Lagen in Rüdesheim. Allein deshalb ist es ein besonderer Ort für sie. Vergärung und Ausbau im großen alten Holzfass, immer unberührt auf der Vollhefe bis zur Füllung. Sehr simpel, ein minimalistischer Ansatz. Der Nonnenberg ist zwar eine Monopollage an einem Stück, dennoch wird er nicht an einem Tag gelesen, sondern sehr gestaffelt, um genau die richtige Reife zu finden. 2023 war bei einigen Betrieben im Rheingau ein Benchmark-Jahrgang, bei Weil etwa und auch bei Breuer. Der Jahrgang erinnert etwas an die kühle Kraft von 2008, in Jahren, in denen Wasser da ist, hat Breuer richtig Kraft und Druck. Der Nonnenberg wirkt wie immer kühler als der Rüdesheimer Berg, die Trauben haben etwas mehr um die Reife kämpfen müssen. Ich mag den Nonnenberg sehr, weil er etwas straffer ist als die Rüdesheimer Lagen, die Säurefrische vibrierender, etwas karger und bissiger. Zitronenabrieb, weiße Blüten, Flint, das Ganze wirkt sehr fest verwoben und im Vergleich zu den sehr expressiven Ortsweinen und Terra Montosa eher in sich gekehrt, noch reduktiv zurückgenommen, ruhig und sehr auf dem Gestein laufend. Also genau, was Theresa liebt. Der 2023er Nonnenberg wird sich grandios entfalten, alle Anlagen sind da. Ein Riesling, der die Seele des Rheingaus so schön ausdrückt wie kaum ein anderer.