Der Kellerberg ist die große Paradelage von FX Pichler. Eine karge, terrassierte Steillage auf purem Urgestein, geprägt von kühler Waldnähe und früher Beschattung in den Sommermonaten. Genau diese Verbindung aus warmer Terrassenlage und kühler Präzision macht den Kellerberg so einzigartig. Schon FX Pichler senior sah hier stets die größte Lage des Hauses, und auch Lucas Pichler schwärmt vom Kellerberg als seinem komplettesten Riesling. Oft braucht er etwas mehr Zeit als die anderen großen Lagen, doch mit Reife setzt sich der Kellerberg fast immer an die Spitze. 2025 zeigt sich der Wein zunächst noch enorm verschlossen und steinig. Von allen Rieslingen braucht er aktuell am meisten Luft. Anfangs dominieren Rauch, nasser Stein, etwas Feuerstein und ein feiner reduktiver Schleier. Doch mit jeder Minute öffnet sich der Wein weiter und beginnt förmlich zu leuchten. Dann kommt diese geniale, tiefgründige Aromatik zum Vorschein: reife Passionsfrucht, saftige Mango und gelber Pfirsich treffen auf kandierte Zitronenschale, Amalfi-Zitrone und Marille. Dahinter liegen Zitronenmelisse, frische Kräuter, weiße Wiesenblüten und ein Hauch Kamille. Mit Luft entwickelt sich zusätzlich etwas Bienenwachs, dazu feine salzige Steinigkeit und dieser noble Hefeton vom langen Ausbau auf der Feinhefe. Trotz aller Intensität bleibt der Kellerberg immer kühl und kontrolliert. Nichts wirkt laut oder überbordend exotisch. Am Gaumen zeigt sich dann sofort diese enorme Spannung des Jahrgangs. Elektrisierend frisch, vibrierend und gleichzeitig von monumentaler innerer Kraft getragen. Die Säure zieht wie ein straffer Faden durch den gesamten Wein und verleiht ihm unglaublichen Zug. Reife Grapefruit, Limettenöl, gelbe Mandarine und salzige Zitrusnoten verbinden sich mit rauchiger Mineralität und einer fast kreidigen Struktur. Gleichzeitig besitzt der Kellerberg diese seidige, leicht cremige Tiefe, die ihm trotz aller Präzision große Ruhe und Souveränität verleiht. Genau darin liegt seine Größe: Er verbindet die Druckfülle und Dichte des Loibenbergs mit der linearen Frische und Präzision des Steinertals. Im minutenlangen Nachhall bleiben kandierte Zitrone, Kräuterwürze, salziger Stein und diese vibrierende kühle Energie stehen. Der Kellerberg wirkt vollkommen vollständig, ruhig und in sich geschlossen. Kein spektakulärer Blender, sondern ein großer Riesling mit Tiefe, Noblesse und enormem Reifepotenzial. Ein Monument.