Der Hermitage aus der grandiosen und berühmten Lage Le Méal ist sicherlich der größte und energiegeladenste Rotwein bei Ferraton und generell immer einer der allerbesten Hermitage und Rotweine der Rhone. Immer eine ganz große Nummer! Große Lage, großer Wein, großer biodynamischer Erzeuger… Eine unglaubliche Spannung, Energie und Dynamik in der Nase. Mitte September gelesen, also später als letztes Jahr, aber auch nicht zu spät, weil kurz darauf ein Sturm angekündigt war. Schon die Nase ist eine Klasse für sich, zeigt Sandelholz und feine dunkelrote Frucht von Herzkirsche, geflämmtem Fleisch, Thymian und überraschenderweise auch sehr viel Agrumen Frucht, was die Frische Seite von 2023 durchscheinen lässt. Wir haben in diesem etwas verrückten Jahr 2023 ja sowohl Hitzewellen als auch Stürme und ergiebige Regenfälle gehabt, es war eine Achterbahn zwischen kühleren und heißen Perioden – und diese Elemente finden sich dann alle in den Weinen wieder. Wir sind einerseits sehr provençal mit schwarzer Olivenpaste, Garrigues und warmem Sandstein mit süßer Erde. Andererseits haben wir eben diese Frische, die fast an Zitrusfrüchte erinnert, die sich zwischen diese opulenten, mediterranen Aromen mischt. Das ist eine sehr aufregende Kombination, die ich in dieser Art so noch nie probiert habe wie in 2023. Ein ganz uniques Jahr, das Elemente von des heißen 2022 und kühlen 2021 in sich vereint. Der Mund ist sooo berauschend frisch, salzig, zupackend mineralisch und dennoch durch seine innere Balance bereits auf unerklärliche Weise sehr zugänglich. Hochfeine Tannine, die unter der Agrumen-Geschichte total abgeschmolzen sind, kaum spürbar, obwohl sie massig vorhanden sind. Alle Regler nach rechts und nichts ist fett, ein salziger Athlet in seiner Auslegung. Wahnsinnig komplex und vielschichtig, das ist er ohnehin immer, aber dieser Wetterspagat von 2023 hat ihm nochmal eine ganz eigene Dimension verpasst. Ein atemberaubender Stoff vom Hermitage, der trotz früher Zugänglichkeit des Jahres, seine beste Zeit erst in 10 und mehr Jahren haben wird. *** Le Méal ist eine der berühmtesten Lagen im Hermitage überhaupt. Das gilt für Chapoutier und Ferraton, aber auch für Michel Tardieu, der den größten Teil seines Hermitage aus dem Le Méal holt. Le Méal liegt in der Mitte des Hermitage-Bergs in Südexposition. Der Untergrund ist Alluvial, das ist quarziger Kalksand. Flusssedimente, die teilweise auch in Crozes-Hermitage auftreten. Hier allerdings nicht mit viel grobem Stein, sondern eher feiner. Die Lage von Ferratons Le Méal zieht sich komplett rechts von Jaboulet Ainé, in der Nähe der obersten Spitze des Ermitage-Hügels, neben Les Bessards, den Chapoutier Le Pavillon nennt, bis ganz nach unten. Die untere Hälfte wird für den Ermitage Les Dionnières genommen, die obere entsprechend für diesen Meal-Wein hier. Aus beiden Teilen werden die jüngeren Reben für den Hermitage Miaux verwendet. Le Méal und Les Dionnières sind also das Beste vom Besten. Von beiden Weinen gibt es etwas über 2.000 Flaschen. Le Méal zu Dionnières ist ungefähr das gleiche wie im Cornas-Berg Les Eygats zum Patou. 100 % Syrah. Biodynamische Bewirtschaftung. Die Reben sind im Durchschnitt 40 Jahre alt. 8.000 Pflanzen pro Hektar. Die Trauben werden vor der Gärung komplett entrappt. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Der Ausbau dann zu 20 Prozent im neuen und zu 80 Prozent erstmal schwefelfrei und seit 2022 nur auf der Feinhefe im gebrauchten Barrique und im Tonneau. Dadurch, dass der Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach drei Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Das ist neu seit 2022 und dadurch werden die Weine feiner, mittiger und mineralischer als die Vorjahre. Die Weine kommen etwas weniger voluminös und fleischig rüber. Der Alkoholgehalt der Weine liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent.