Nach Cornas probiert zeigt sich Côte-Rôtie erwartungsgemäß ganz anders. Wir kriegen ganz eindeutig mehr rote Frucht in die Nase, mehr Saftigkeit. 2024 ist zudem sehr floral und verspielt. Auch hier der Verzicht auf Schwefel und der Ausbau nur auf der Feinhefe, dadurch haben wir eine enorme Eleganz. Der Montmain ist ein Präzisionswunder in 2024. Der Wein zieht mich direkt in seinen Bann, das ist so unendlich filigran und verspielt. Ein Traum in blauer Seide! Wilde Heidelbeere, frischer Espresso, Salzkaramelle, süße Veilchen, traumhaft verspielt und elegant. Côte-Rôtie wird häufig mit Luftigkeit und Eleganz in Verbindung gebracht, aber selten hat ein Jahrgang das so eingelöst wie 2024. Der Wein wirkt quasi schwerelos am Gaumen, obwohl er so viel Stoff hat. 2024 ist alles andere als leicht, dennoch ist die Textur so geschmeidig, dass er selbst aus dem Fass schon köstlich schmeckt. Die Renaissance von 2010 in extremer Frische bei gleichzeitig klassisch-feiner Reife der Frucht. Der Wein ist außerordentlich präzise und so salzig, dass es kracht. *** Montmain liegt im Norden der Appellation in reiner Südexposition, in der Nähe von Les Grandes Places. Es ist also weder Côte Brune noch Côte Blonde. 100 Prozent Schiefer. Der Montmain ist biodynamisch bearbeitet, aber nicht biodynamisch zertifiziert, weil Ferraton hier mit einem Vertragswinzer arbeitet. Dieser Plot ist ungefähr 1,5 Hektar groß. Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifkation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.,