Auf dem Cornas-Berg liegt der Lieu-Dit Les Eygats in über 350 Metern Höhe oberhalb des Patou. Sehr viel kühler ist es dort als im Lieu-dit Patou. Südexposition, uralte Reben Petite Syrah, hier früher Sérine genannt. Sie stehen fast nur auf Granit. 8.000 Pflanzen pro Hektar, 40 Jahre alt. Direkt nach dem Patou probiert, wird auch beim Eygats die Besonderheit im Cornas-Berg deutlich. Wir sind bei Les Eygats immer in einem eleganteren Ausdruck, der eher an Saint Joseph angelegt ist als Patou, der extrem steinig ist in 2024. Und die Besonderheit der veränderten Vinifikation bei Ferraton – mit minimalstem Schwefelzusatz und der reinen Feinhefe im 16-monatigen Fassausausbau. Ob der kühleren Lage ist der Wein nochmals feiner als Patou. Nicht zwingend besser dadurch, aber noch feiner, noch eleganter. Wenn Patou etwas mehr die Stilistik eines Bonnes-Mares aus Morey-Saint-Denis hat, tendiert Les Eygats mehr zur Nachbargemeinde Chambolle-Musigny. Schon die Nase ist sooo fein und schwebend, man schwankt zwischen der Finesse der Côte-Rotie und dem noch nördlicheren Burgund, aber Cornas?! In der Nase reife Schwarzkirsche, roter Weinbergspfirsich und Grapefruit, auch etwas Garrigues und schwarze Oliventapenade. Der Mundeintritt ist für einen Cornas schwebend fein, man muss zwei Mal aufs Etikett schauen. Das hat mit der brachialen Wucht des Patou wenig gemein. Wer sich der totalen Verführung in cremiger dunkler Kirsche mit etwas Kakao und Timutpfeffer hingeben möchte, der ist beim Eygats genau richtig. Hier ist alles im Fluss, alles in Harmonie. Normalerweise bevorzuge ich das. Aber in 2024 ist der Patou so unglaublich rassig-steinig und wild, dass er mich fast etwas mehr fasziniert. Die größere Eleganz hat fraglos der Eygats. Ob man eher das Profunde von Patou oder die Luftigkeit von Eygats schätzt, ist jedem selbst überlassen. Großer Stoff sind beide! *** Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifkation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.,