Der Halgans kommt vollständig aus der Großen Lage Halenberg, ist quasi als eine Art Zweitwein zu verstehen. Spontangärung und Ausbau identisch mit den Großen Gewächsen im großen Holzfass. Die Nase des Halgans ist wie immer dunkler und kühler, minzig und elegant. Er zeigt weniger als der Frühtau in der Jugend, wirkt verschlossener und steiniger. Ein kühler, minziger Steinwein. Er wirkt feiner gezeichnet, noch vibrierender als die Vorjahre. Irgendwo zwischen 2021 und 2020 im Charakter, vielleicht auch 2008. Frank Schönleber und ich kamen bei unserer Probe auf keine genau Idee, welchem Jahrgang 2024 wohl ähneln mag. Aber diese Mischung aus kühler, saftiger Feinheit und doch enormer Konzentration ist schon etwas sehr Eigenes. Der Halgans hat eine tolle Balance, ist in 2024 mit zart-salzigem Zug und feiner, heller Frucht ausgestattet. Er ist nicht so expressiv wie 2023, aber auch nicht wirklich verschlossen. Zeigt schon viel von seinem Charakter und ist schön geschmeidig in der Jugend, nie extrem, das ist ungewöhnlich für ein so kühles Jahr, die Säuren sind schon phänomenal reif und seidig. Während der Frühtau mehr über Kraft und Frucht kommt, sind wir beim Halgans in der totalen Finesse, er kommt viel mehr über seine feine Länge als über Dichte. Ich mag diesen Halgans sehr, aber man muss sich schon ein bisschen damit beschäftigen, um ihn nicht zu unterschätzen in seiner Filigranität.