Lobenberg: Neben der ab dem Jahrgang 2020 separat abgefüllten Mini-Parzelle »Casa Pepe« wird auch die 2 Hektar Lage »Branella« ins Rampenlicht gestellt. Die Reben sind sogar noch älter, sie wurden 1966 in Pergola Form, also über Kopf angepflanzt. Auf den sandigen Tonböden, die mit Eisen durchzogen sind wurzeln die Reben extrem tief. Nach der Handlese werden die Trauben sogar noch von Hand entrappt und dann mit den Füßen im kleinen Holzfass getreten und angequetscht. Natürlich werden sie mit wilden Hefen und ohne Zusätze jeglicher Art vergoren und anschließend zwei Jahre lang in glasbeschichteten Betontanks ausgebaut, bevor sie noch vor dem Sommer 2024 in Flaschen abgefüllt wurden. Branella hat eine schwebende Eleganz und ultra präzise Frische und mineralische Spannung. Im Gegensatz zum Casa Pepe ist die Nase des Branella im Moment noch jünger und verschlossener. Ein Slow Burner, der die Zeit anhält. Mittleres, leuchtendes Rubinrot. Dicht schiebende, reife, dunkle, saftige Waldbeeren und schwarze Kirschen. Salbei, Minze, Muskatnuss. Dieser schwebende Kräuterduft über der dichten reifen Frucht ist schon total genial! Vielschichtig und tiefgehend erinnert beinahe der Stoff aromatisch etwas an Gevrey-Chambertin mit würziger, schwebender Ganztraubenaromatik. Viele, aber ultrafein geschliffene, pudrige Tannine gleiten über die Zunge. Mineralik pur! Eisen, Granit. Rauchig, fast staubig strukturiert, dabei hat der Wein eine krasse Heiderlbeer-Sauerkirsch-Frische mit Veilchen-Aromen und Pfirsichhaut. Tief brummende dunkle Schokolade, Lakritz und schwarzer Pfeffer legen sich im Nachhall auf die Zunge. Dieses Jahr ist der Wein schon nochmals deutlich dichter und druckvoller schiebend als im eleganteren Jahrgang 2021. Animalische Noten kommen nach einiger Zeit hinzu. Falls er jung getrunken wird, dann am besten ein paar Stunden vorher öffnen. Das Weingut legt seit jeher einen Teil seiner Weine für den späteren Release zur Seite, das Reifepotenzial ist also bewiesen und es wird sich auch für diesen Wein ganz ohne Frage auszahlen, ihm ein paar Jahre im Keller zu gönnen. Wahrscheinlich ist das der finessenreichste Montepulciano, den es gibt. Leider wie alle Weine von Emidio Pepe nur in Mini-Menge zugeteilt.