Ginestra ist die Einzellage, ein Amphitheater in ungefähr 400 Metern Höhe. Auch hier – wie im Chiniera – eine Selection Massale, die hier seit Jahrzehnten betrieben wird. Angepasste Reben an genau diese Lage. Die Blüte ist immer rund acht Tage eher als im Chiniera, entsprechend auch die Lese. Die Lage liegt 100 Meter tiefer und ist damit wärmer und reichhaltiger. Es müssen außerordentlich gesunde Trauben gelesen werden, um sich 30 bis 40 Tage Gärphase und Mazeration erlauben zu können. Jede Unsauberkeit durch Botrytis und Co. würde durch die lange Verweildauer verstärkt werden. Hier bei Grasso werden alle Trauben mit einer extra entwickelten Entrappungsmaschine komplett entrappt. Selbst jedes noch so kleine Stielchen wird aussortiert. In großer slawonischer Eiche ausgebaut. Der Wein wurde im Juli abgefüllt 2024. Hier haben wir eine merklich tiefere Farbe als im Gavarini Chiniera. Leuchtendes Rubinrot. Reife, intensiv schiebende, saftige Beerennase. Waldbeeren, Schwarzkirschen und tiefe Veilchen-Aromen. Hier ist nochmal wesentlich mehr Druck und Dichte drauf als beim Gavarini Chiniera in Bezug auf die Mineralität. Assam Tee, Piment, Nelken, massive, erdige Würze, Graphit, Eisen, Rauchfleisch, Fleischbrühe. Auch im Mund ist der Casa Mate tiefdunkel und mit saftiger Frucht ausgestattet. Die vielen, feinen, griffigen Tannine legen sich auf die Zunge und kleiden die Backen aus – dieser Wein braucht mindestens 5-10 Jahre im Keller. Monumental und mysteriös zugleich. Das ist neben dem Rüncot der zweite monumental massive Barolo des Weinguts. Für Gianluca ist der 2021er ganz klar der große Nachfolger des 2016ers! Hier brauchen wir, wie gesagt, idealerweise einige Jahre im Keller, bis der Wein in sein erstes Trinkfenster kommt. Mindestens 10 Jahre, Gianluca Grasso empfiehlt sogar 15 Jahre. Der Casa Mate ist eine Explosion im Glas. Jedes Detail ist im Jahrgang 2021 stimmig – das ist ein ziemlich perfekter Wein.