Die Trauben wachsen im Oberemmeler Rosenberg, Wiltinger Braunfels, der eine Verlängerung des Scharzhofberges ist. Wiltinger Braune Kupp und Wiltinger Kupp, die links an die Braune Kupp anschließt und tatsächlich auch ein bisschen Saarburger Rausch. Egon Müller hat seit 1997 eine Parzelle im Saarburger Rausch. Überwiegend im Stahltank ausgebaut, aber auch in Moselfudern. Die 2024er sind mit ihrem kühlen Sommer und der sehr späten Lese eine Reise zurück in die Vergangenheit, niedrige Mostgewichte, kühle Aromatik und sehr stramme Säure. Der 2024er Scharzhof wurde Anfang März 2025 abgefüllt. Eine wunderbar klare Nase, die zwar aromatisch ist, aber nicht wirklich in die Exotik geht. Das ist schon ein sehr straffer, fordernder Scharzhof mit über 10 Gramm Säure, herbsaftig, brutal steinig. Er hat eine gewisse Dramatik in seinem dunklen Feuerstein. Ich mag die Energie, die der Wein hat. Man hat die Substanz der hohen Extrakte, man spürt da schlummert viel in der Tiefe, aber Die Säuren sind atemberaubend, absolut reif, aber sehr rassig, mit viel Zug. Ein ganz klassischer Scharzhof in seiner europäischen Frucht mit brutal viel Salz und Gestein. Das ist ein Scharzhof für Insider, nicht vordergründig lecker, sondern ein Dampfhammer in Mineralität und Struktur. Mit Vorsicht zu genießen, dafür hat er grandioses Reifepotenzial, diesen Scharzhof QbA mal zehn Jahre wegzulegen kann zu einem Aha-Erlebnis werden. Aus diesem Wein spricht sehr viel von der Kühle des Scharzhofbergs in diesem Jahr, auch wenn ich nicht sicher bin, ob hier mehr als sonst davon drin ist. Viel kann es ja ohnehin nicht gewesen sein mit dem riesigen Frostschaden.