Dr. Wehrheim: Riesling Birkweiler aus dem Rotliegenden Ortswein 2024

Dr. Wehrheim: Riesling Birkweiler aus dem Rotliegenden Ortswein 2024

BIO

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2038
exotisch & aromatisch
mineralisch
fruchtbetont
Lobenberg: 94–95/100
Suckling zu 2023: 95/100
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Birkweiler aus dem Rotliegenden Ortswein 2024

94–95
/100

Der Birkweiler Riesling stammt vom Rotliegendem, einem sehr charakteristischen Terroir, welches extrem selten in der Pfalz vorkommt ist. Einer der wenigen Orte in denen man diese rare, rötliche Tonschiefer-Formation vorfindet, ist die berühmte Lage Kastanienbusch, aus der auch dieser Riesling stammt. Wie alles bei Wehrheim, natürlich aus zertifiziert biodynamischer Bewirtschaftung. Wir haben hier eine enorm dichte, hochmineralische Nase, die fast eher an Nahe-Riesling erinnert. Nasser Stein, eine Mischung aus Vulkan- und Schiefermineralität trifft auf kühle Exotik. Alles ist hier sehr dicht verwoben. Rauchige Prägung, feine Reduktion zu Beginn. Mit etwas Luft verfliegt das, aber hier steht trotzdem noch eine unheimliche Spannung im Glas. Dann grüne Papaya, Sternfrucht und gelber Apfel. Aber auch kräutrige Akzente. Am Gaumen dann wahrlich ein Geschoss aus Mineralität! Wow, was für ein zupackender, elektrisierender Riesling! Grandiose Frische, enorm hohe Pikanz, alles zieht sich zusammen. Brilliant und kristallin mit so unfassbar druckvoller, messerscharfer Mineralität. Glasklar und zupackend, konzentriert und mit einem Frischschub wie man ihn sich als Rieslingfreund wünscht. Das ist großes Ortswein-Kino, was Franz Wehrheim hier auf die Flasche zaubert.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
95
/100

Suckling zu 2023 über: Riesling Birkweiler aus dem Rotliegenden Ortswein

What a stunning village wine. Since the grapes for this wine grew very close to the Haardt Mountains of the Pfalz, maybe it shouldn’t surprise that this is what it smells of. Incredible energy and drive on the sleek and super-focused, medium-bodied palate. Very exciting, racy finish. From biodynamically grown grapes. Drink or hold. Screw cap.

Mein Winzer

Dr. Wehrheim

Bereits in der vierten Generation produzieren die Wehrheims charakterstarke Terroirweine aus den renommiertesten Lagen in Birkweiler in der Südpfalz. Seit mehr als 100 Jahren verfolgt die Familie Wehrheim hier die gleiche Vision, die natürlich zwar durch den Einfluss jeder neuen Generation immer...

Riesling Birkweiler aus dem Rotliegenden Ortswein 2024