Nun war 2024 sicher kein warmes Jahr, sondern ein mittelreifes Jahr mit viel Eleganz, ein bisschen wie 2008 oder 2004. Es hat recht viel geregnet im Sommer und gab keinen Trockenstress, allerdings auch sehr wenig Botrytis. Alle GGs werden bei Loosen gleich behandelt. Topgesundes, reifes Lesegut absolut botrytisfrei gelesen bei den GGs. Sanftes Abpressen, dann folgt die Spontangärung. Natürliche Klärung durch Sedimentation, aber nicht zu blank, schon mit etwas Dreck und Speck. Dann direkt in die großen, alten Holzfässer mit langem Hefekontakt. Ernie Loosen füllt extrem spät, stellt auch zur Premiere in Wiesbaden Ende August immer nur Fassproben an. Die Weine werden im Herbst 2025 gefüllt. Diese 2024er sind verblüffend kühl und dunkelbeerig, steinig, graphitig, extrem mineralisch. Die Sonnenuhr zeigt in dem Jahr nichts Üppiges oder gelbfruchtig Opulentes, sondern ganz feine, eher weiße und blütenduftige Aromatik. Alles ist zart und verspielt, und immer von einem sehr satten Feuersteinabdruck begleitet. Der Mund ist berauschend frisch, hat eine sehr feine Salinität, weiße und gelbe Blüten, Orangenabrieb, weißer und gelber Pfirsich. Das ist ein hochfeiner, kühler Ausdruck, elegant und total verspielt. Wenn man auf die ganz große Leichtigkeit und fruchtige Finesse der Mosel steht, dann ist das ganz weit vorne. Nicht so laut wie 2023, sondern straffer und noch eleganter. Ein bisschen wie 2016 mit etwas mehr Frische.