Diesen Wein keltert Christian Hermann seit 2019. Klasse Eins Parzelle im alten Teil des Würzgartens auf 50 Prozent Schiefer und Vulkangestein. Der Kabi von den ältesten Reben, alles wurzelecht, über 100 Jahre alt. Das Würzgarten Kabinett wird zu 100 Prozent in Stahl ausgebaut. 2024 war das Jahr der Jahre im Kabinett und für die Spätlesen, weil wir diese enorme Spannung und Straffheit haben. Die Nase zeigt die köstliche Walderdbeere von Ürzig, auch schwarze und weiße Johannisbeere, waldig, relativ kühl und frisch wirkend für die Alten Reben, die auch mal viel Bumms haben können. Da steckt eine enorme Säurespur drunter, die das Ganze sehr lebhaft und elegant verpackt. Da ist schon viel Musik drin, vibriert und spannt, mit dichtem Fruchtkern, Grapefruit, Orange, immense Salzigkeit, die sich würzig über die Zunge zieht. Wahnsinnige Länge, aber eben in filigranem Zug nach hinten und nicht mit Wucht. Neben dem »normalen« Würzgarten Kabinett der schlankere und rassigere Wein, obwohl er das auf dem Papier eigentlich gar nicht ist. Das ist großer Sport im Kabinett-Bereich.