Der legendäre Prälat ist Christian Hermanns wärmster Weinberg, die Felswände heizen sich zusätzlich zu der enormen Exposition auf und fangen jeden Sonnenstrahl. Über 100 Jahre alte, wurzelechte Reben. Seit 2006 hat Christian Hermann Prälat und 2021 war das erste Jahr in dem er keine Auslese hier produzieren konnte, in 2024 gibt es sogar zwei! Aber nur homöopathische Mengen. Der Jahrgang 2024 war durch seine weitgehende Botrytisfreiheit kein großes Jahr für Auslesen, weil sie extrem schwer zu erreichen waren. Es gibt auch nicht viel. Großmeister Christian Hermann hat sich wie immer voll reingehängt und alles gegeben, aber auch nicht mehr als ein paar Halbfuder zusammenbekommen. Die Menge ist einfach verschwindend gering, dabei ist es qualitativ so ein Weltklasse-Jahr für die restsüße Mosel. Noch filigraner und feiner als 2023, einfach perfekt ausgewogen in Frische und Pikanz. Für den wuchtigen Prälat ist das überirdisch fein in 2024, so kühl, fast stahlig, absolut bezaubernd. Es gab absolut keine Botrytis, nur ein paar überreife Trauben. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Prälat mal so fein war. Grapefruitzesten und Orangenblüte, Zitronenverbene und Walderdbeere. Aber alles ganz zart, schwebend, saftig und clean, überhaupt keine Opulenz oder Wucht. Es ist auch etwas früher geerntet als 2023, um diese Präzision zu erzielen. Das ist next level Auslese der Zukunft. Zum einen, weil es so viel feiner ist als früher, zum anderen, weil sie dennoch Jahrzehnte reifen kann bestimmt. Mit dieser Balance und Puristik habe ich da Null Zweifel.