Rund 130 Jahre alte Reben, sie zählen zu den ältesten Reben in der gesamten Region. Es ist quasi eine Monopol-Parzelle von Christian Hermann. Die Herzlei ist ein Teil des Erdener Treppchens, sozusagen ein Lieu-dit. Über 10.000 Stöcke stehen hier auf dem Hektar, enorme Dichtpflanzung. Blaugrauer Schiefer mit bräunlichen Anteilen. Die Herzlei ist ätherisch und voller Finesse, im Gegensatz zur druckvolleren Kranklay im Würzgarten. Wir haben in dieser Parzelle immer eine intensive Kräuterauslegung, es ist immer sehr steinig-karg, obwohl es an sich so eine opulente Spätlese ist. Mit 95 Grad Oechsle von hochreifen, goldgelben Träubchen gekeltert. Die Säuren sind bei den Spätlesen nicht übermäßig hoch in 2025, auch weil die Trauben so enorm reif waren. Wir liegen bei rund 8.5 g/l und knapp unter 90 g/l Restzucker, also schon deutlich höher als 2024. Es ist die direkte Grenze zum Prälat, mittig im Hang, absolutes Filetstück. Es gibt etwas mehr als ein Fuder davon, normal sind es zwei. Dramatisch tiefer Ertrag und eine Turbo-Ernte, weil es nach dem warmen Sommer dann ordentlich geregnet hat im September. 2025 steht so satt im Glas, druckvoll und mit köstlicher Exotik von Kumquat bis Grapefruit, dann auch Papaya und etwas Litschi. Ganz klar mehr Druck und Süßepower als 2024, das ist kein zartes Weinchen, sondern schiebt an wie ein Bulldozer. Kein Wunder, ist sie ja direkt angrenzend an den Prälat und mehr als ein Touch von dessen ungezähmter Power ist auch hier im Glas. Die Herzlei ist so hochfein, so abgehoben, obwohl sie so cremig-reich ist. Power UND Eleganz, irre gut