Rund 130 Jahre alte Reben, sie zählen zu den ältesten Reben in der gesamten Region. Es ist quasi eine Monopol-Parzelle von Christian Hermann. Die Herzlei ist ein Teil des Erdener Treppchens, sozusagen ein Lieu-dit. Über 10.000 Stöcke stehen hier auf dem Hektar, enorme Dichtpflanzung. Blaugrauer Schiefer mit bräunlichen Anteilen. Die Herzlei ist ätherisch und voller Finesse, im Gegensatz zur druckvolleren Kranklay im Würzgarten. Wir haben in dieser Parzelle immer eine intensive Kräuterauslegung, es ist immer sehr steinig-karg, obwohl es an sich so eine opulente Spätlese ist. Es ist die direkte Grenze zum Prälat, mittig im Hang, absolutes Filetstück. Es gibt zwei Fuderfässer von diesem Wein in 2024. Er ist sehr lebendig und sogar leicht reduktiv in 2024, diesem Jahr, das so herausragende Spätlesen hervorgebracht hat. Sehr steinige Nase, erstaunlich kühl, trotz dieser warmen Lage. Strahlend klar, Bergminze und Geißblatt, auch etwas Wermut, noble Bitterstoffe, sehr animierend, auch weißer und gelber Pfirsich. Ein wahnsinnig eleganter Wein, trotz seiner steinigen Wildheit. Schiebt an wie ein Bulldozer, kein Wunder, ist sie ja direkt angrenzend an den Prälat und mehr als ein Touch von dessen ungezähmter Power ist auch hier im Glas. Die Herzlei ist so hochfein, so abgehoben, obwohl sie so cremig-reich ist. Power UND Eleganz, irre gut.