30 Jahre alte Reben auf purem Schiefer im Kinheimer Rosenberg. Ein Pinot Noir vom Rotschiefer, was sehr selten ist. Spontane Vergärung mit 50 Prozent Rappenanteil, dann Ausbau in französischen Barriques, rund 50 Prozent Neuholzanteil. Das ist eine teure Nase! Der Wein duftet wie ein großer Burgunder, irgendwo Richtung Gevrey und Marsannay, also nördliche Cote de Nuits. Sehr edles Holz, ganz fein austarierte Tannine, alles greift nahtlos ineinander. Süße Himbeere mit rassiger Sauerkirsche, hochfeine Tannine. Grandiose reduktive Spannung, sehr straff und dennoch verführerisch, fast einen Touch cremig in der Struktur. Ich sitze fast fassungslos vor diesem Pinot Noir, so gut ist er. Massig vorhandene, aber hochfeine Tanninstruktur, unglaublich reif und feinkörnig für 2021. Chapeau, das war nicht einfach in diesem kühlen Jahrgang. Auch wenn er aufgrund seiner Feinheit jung trinkbar ist, ist das im Grunde ein Pinot Noir, der mindestens 5 Jahre oder mehr weggesperrt gehört wie ein großer Burgunder 1er Cru. Er braucht viel Luft und blüht dann nochmal richtig auf. Angst vor Säure sollte man auch keine haben, denn davon hat er reichlich, aber sie ist wunderbar reif und nahtlos in den Wein gemeißelt. Ich liebe solche Pinots, die mehr auf reduktive Spannung gehen und weg von dieser überreifen, oxidativen Moselnummer, die hier sonst viele fahren. Wenn Christian Hermann so weitermacht in Rot wird er noch für viel Furore damit sorgen.,