Bodegas Antídoto – Bertrand Sourdais: Dominio de Es La Mata 2022

Bodegas Antídoto – Bertrand Sourdais: Dominio de Es La Mata 2022

Holzkiste

Zum Winzer

Tempranillo 94%, Albillo 6%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2060
Verpackt in: 3er OHK
voluminös & kräftig
tanninreich
pikant & würzig
Lobenberg: 100/100
Suckling: 98/100
Spanien, Ribera del Duero
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Dominio de Es La Mata 2022

100
/100

Dominio de ES ist ein winziges biodynamisches Weingut des aus der Loire (Chinon) stammenden Franzosen Bertrand Sourdais. Er war Mitgründer der Dominio Atauta, die er verließ, als man es dort mit der Biodynamie und den Ertragsbeschränkungen nicht mehr so genau nehmen wollte. Die vielen kleinen Parzellen seines eigenen Weinguts Dominio de ES entdeckte er in den 8 Jahren bei Atauta, auch seinen Partner samt Weinbergen seines etwas größeren Gemeinschaftsprojekts, Bodegas Antidoto, entdeckte er in diesen Jahren. Bertrand gehört zum Freundeskreis von Rafael Palacios und Oscar Vallegre, ist also in grandiosen Netzwerken aufgestellt. Die Parzellen der Dominio de ES liegen sämtlich in der Gemeinde Atauta, in der Provinz Soria, an Ribera del Dueros Ostgrenze zur Rioja. Die Weinberge liegen auf 950 bis 1000 Höhenmetern. Über 90% alte bis uralte, wurzelechte Tempranillo-Reben in Buschform (oft über 130 Jahre alt) und dazu etwas weiße Albillo und etwas rotsaftige Alicante Bouschet. Kalkstein, Kreide, Sand, Mergel und Lehm sind das Terroir. Die Expositionen sind überwiegend kühlere Ostexpositionen, manche Parzellen aber auch gen Süden geneigt. Überwiegend Steilhänge oder Terrassen. Die per Hand in kleinsten Körben gelesenen Trauben der uralten Reben erbringen pro Stock im Durchschnitt 1,5 bis 2 kg. Die Weine des überragenden, etwas wilden Basisweins Vinas Viejas werden nur zu 70% entrappt, die 3 Einzellagen werden zu 100% entrappt. Der Ausbau erfolgt je nach Wein in gebrauchten oder neuen burgundischen, 228 Liter Barriques aus französischer Eiche, i.d.R. nur von einem der besten Tonnelier Francois Freres. Bertrand kauft deshalb auch gebrauchte Barriques von den allerbesten Burgundern wie DRC. Eine kühle Nordostexposition im unteren mittleren Drittel einer auslaufenden Hanglage auf 100% weißem, aus Kalkstein entstandenem Lehm. Nur 0,33 Hektar. Biodyn. 130 Jahre alte Tempranillo und dazu weile Albillo. Komplett entrappt, Fermentation in offenen Holz-Gärständern für ewig lange 54 Tage bei maximal 27 Grad und täglich 15 Minuten Remontage zur Sauerstoffzufuhr, danach Ausbau in 2 neuen französischen Burgunder-Barriques. Der La Mata kommt in der Nase zuerst sehr floral, sehr fein in seinem intensiven Aroma. Menthol, Nüsse, Kaffee, etwas Minze, Anis und Eukalyptus. Erdig. Schwarzbrot. Holunder. Konzentrierte Waldbeeren, aber nie fett, sondern ätherisch elegant, überwältigend in seiner feinfruchtigen Aromenintensität. Im Mund dann die pure Power, man merkt den Lehm, einem Barolo aus Serralunga ähnelnd. Wie kann ein Wein so gewaltig sein und zugleich so fein, so zart und schlank und alkoholarm? Der La Mata hat die Wildheit und Kühle der Hochlage, die berstende Frische und zugleich eine unikathafte Mineralität. Alles wird eingenommen, immer weiter, immer weiter. Stein und Frucht und Salz und Mineralität und Kräuter und Eisen und Blut und Kraft auf unendlich vibrierender Eleganz. Für mich der größte Wein hier, nichts erinnert an klassisches Ribera, ein Monument in Rasse und Feinheit und Mineralität, einer der schönsten Weine aus Hochlagen, den ich kenne. 100/100

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2022 gilt in Spanien als historischer Meilenstein. Trotz Rekordhitze bestechen die Weine dank kühler Sommernächte mit verblüffend tiefen pH-Werten, spektakulärer Säurefrische und seidigen Tanninen – eine grandiose, perfekt balancierte Dichte auf Augenhöhe mit dem großen Bordeaux-Jahrgang.

98
/100

Suckling über: Dominio de Es La Mata

The minerality is talking here, which gives even more depth and an introverted sensibility to the otherwise expressive floral nose of violets, fresh blueberries, mussel shells and iodine. Full and structured but paradoxically light. Tense and chalky, with fine tannins that dissipate well into a lengthy finish. What an epiphany. Drinkable now, but much better in three to five years.,

Mein Winzer

Bodegas Antídoto – Bertrand Sourdais

1999 reiste der archetypische (leicht verrückt, leicht abgehoben, leicht verschwurbelt, leicht arrogant, hochsympathisch) französische Loire-Winzer Bertrand Sourdais durch Ribera del Duero. Leicht gelangweilt und vor allem unterfordert vom familieneigenen Loire-Weingut in Chinon, war er auf der...

Dominio de Es La Mata 2022