Um den Steillagen-Côte Rôtie der alten Reben noch weiter hervorzuheben, wird dieser nun 'Reserve' de Ogier heißen. Die Reserve gibt es nur noch als Late Release. Dieser enthält auch den Côte Rôtie der jüngeren Reben aus den Einzellagen und der Reserve und alle Reben des Plateau und der unteren Hanglage. Es ist ein Blend aus neun Parzellen der Gemeinden der Côte Rotie. Die verbleibende Reserve aus den Steilhängen könnte auch aufgeteilt werden in ihre einzelnen Lagen und Namen, von der Qualität wäre das ohne weiteres machbar und im qualitativen Vergleich zu den Nachbarn fast ein Muss. Das würde jedoch den Preis zu rasch Richtung Lancement und Belle Hélène explodieren lassen. Mit der Aufteilung in Village und Reserve ist nun der erste Schritt zur noch höheren Qualität vollzogen. Natürlich die gleiche organische Handarbeit wie zuvor, der Village erfährt die gleiche Aufmerksamkeit wie die Crus. Der 14 bis 16 Monate im zu einem Drittel neuen Barrique ausgebaute Village ist ein wunderbar frischer, fruchtiger und komplexer Wein aus sehr niedrigen Erträgen. Ein sehr heißer und trockener Jahrgang, der viel mediterrane Power mitbringt, aber dennoch erstaunlich feingliedrig geworden ist, was selbst erfahrene Winzer mehr als überrascht hat. Wir haben viel von der saftig-frischen Rotfruchtigkeit, für die Ogier steht. Viel süße Herzkirsche mit Sandelholz und Kakaopulver, im Mund kommt sogar etwas Sauerkirsche hinzu, was man in diesem vollreifen Jahr kaum gefunden hat. Aber Stephane macht so geschliffene und präzise Weine, die kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen haben. Auch etwas Eisen und Blut im Mund, scharfe Mineralität, schön fleischig-dicht, aber eben nie überzogen. Einfach kühl, klassisch, frisch und schlank – man darf keinen Dampfhammer oder geschmeidige Süße erwarten. Das ist schmeckbares Gestein. Ein superber Terroirwein.