In 2024 war Vosne Romanée von leichtem Spätfrost getroffen und darüber hinaus von starken Mehltauattacken befallen. Nahezu alle Domaines im Ort haben einen erheblichen Teil ihrer Ernte verloren in diesem Jahrgang. Es ist ein strafferes, kühleres und schlankeres Jahr der alten Schule, nicht so überschwänglich wie 2023, sondern eleganter und reduktiver. Ein ganz anderer Typ, ich finde die besten, schlanken und feinen 2024er superb, aber sicher werden manche die heißen Blockbuster-Jahre bevorzugen. Biologischer Anbau, einige biodynamische Praktiken, die meisten Arbeiten geschehen nach dem Mondkalender. Und das schon seit 2010, allerdings ohne Zertifizierung, weil es für Nicole Lamarche eine Herzensangelegenheit und Philosophie ist und kein Papierkrieg. In 2024 wurde alles bei Lamarche komplett entrappt, weil Nicole Lamarche den Rappen nicht ganz über den Weg getraut hat. Sie waren nicht voll ausgereift, daher ist sie voll auf die pure Frucht gegangen. Zudem war der Jahrgang etwas kühler und hat nicht unbedingt mehr Struktur gebraucht. Die Gärung geschieht komplett im Holz, genau wie der Ausbau, aber nur wenig Neuholz von rund 20 Prozent. Ein ganz feiner Stil, saftige rote Frucht, süßherbe Himbeere, zerdrückte Erdbeere, roter Sommerapfel, darunter feine, kreidige Tannine, die ein bisschen Biss geben. Tout en finesse!