Lobenberg: Der Ausbau erfolgt in der Regel über 15 Monate in Fässern aus Allier-Eiche, der Neuholzanteil ist eher moderat, in 2023 ein Drittel, ein Drittel in Fässern von 2021 und ein Drittel alte, neutrale Fässer. Aus dem Glas strömt eine relativ reiche, fast üppige, blaue Beerenfrucht, Cassis und Brombeere dominieren, hochintensiv und dennoch knackig-saftig-frisch wie der Biss in eine Blaubeere. Der Mund hat diese immense Saftigkeit und Vibration, mit sehr viel nachhallender, energetischer Frucht. In dieser samtigen Feinheit ist das ein Nuits, der schon deutlich Richtung Vosne läuft im Ausdruck. Auch schön floral im Mund, so schick und tänzelnd wie Nuits nur selten ist. Was für ein Jahr für die Freude, alles fließt und spielt in toller Cremigkeit mit süßer Beerenfrucht und herbsaftigen Nuancen von Tee und etwas Süßholz. Die Klarheit und Präzision der Frucht sind umwerfend für einen Nuits. Wie das trotz der enorm hohen Reife so erhalten bleibt, ist wohl Grivots gut gehütetes Familien-Geheimnis. Die charmante, alles einnehmende Beerenfrucht wird von berauschender Orangenfrische ins kreidiges Finale überführt, das zugleich vertikal und wollüstig dicht ist. Nuits Saint Georges kann selten delikater gewesen sein.