Die Lese begann bei Faiveley am 16. September für die großen Terroirs, meistens beginnt sie im Fremiets, es ist das frühstreifende Terroir der Domaine. In 2024 wurden alle Pinot Noirs von Faiveley zu 100 Prozent entrappt, weil die Stiele nicht die gewünschte Qualität aufgewiesen haben. Der Mehltaubefall war zu stark und die Domaine wollte kein Risiko eingehen. Clos de Bèze ist klar der König unter den Grands Crus aus Gevrey bei Faiveley dieses Jahr. Er hat die mineralische Strahlkraft des Latricieres und die Süße und den Charme des Mazis, vereint all das zu einem wahnsinnig konzentrierten Energiebündel voller Saftigkeit und Grandezza. Er hat ein bisschen mehr von allem, was man sich, wenn man es nicht probiert hat, kaum vorstellen kann. Er ist süßer, intensiver und reifer, aber zugleich feiner, mineralischer und straffer. Der zuvor probierte Charmes-Chambertin ist in 2024 extrem gut geraten, ist wirklich ein Blockbuster. Allerdings ist der Clos de Bèze nochmal eine Stufe mehr in die Finesse. Es ist schwer zu beschreiben, aber der Clos de Beze hat eine innere Balance und Feinheit, die einfach extra ist. Zugleich hat er Gewicht, steht im Mund, bleibt ewig haften. Man braucht nur einen Schluck und der Wein bleibt aromatisch für Minuten auf der Zunge stehen. Wahnsinnig präzise, kristallklar. Ein ziemlich perfekter Wein. Aktuell schwer zu sagen, ob wir in 10 Jahren auf den Jahrgang zurückschauen und er hat nicht so richtig eingeschlagen – oder ob sich die Sammler um jede Flasche auf den Auktionen prügeln, weil sie so gut sind. Ich persönlich werde mir den Keller vollpacken mit 2024, so gut ich kann.