Der Clos de la Grand'Cour ist ein ganz spezielles Terroir. Ein Weingut arrondiert von seinen eigenen Reben wie ein Château in Bordeaux, natürlich alles Monopol-Lage. Seit langem strikt biologisch bewirtschaftet, ist der Clos eine grüne Oase inmitten von viel konventionellen Hochertragslagen im Beaujolais. Hier stehen alle Zeichen auf Qualität aus Handarbeit. Dieser Hauptwein des Clos stammt von 40 bis 50 Jahre alten Reben, komplett auf Granit gewachsen. Diese Parameter sind für alle Weine der Domaine de la Grand’Cour identisch und qualitative Grundsätze: Handlese in kleine Kisten von 20 Kilo, Einmaischung bei niedrigen Temperaturen unter 10 Grad, keinerlei Zugabe von Schwefel während des gesamten Ausbaus. Zu 100 Prozent als Ganztraube in Maceration Carbonique, also total klassische Vinifikation. 50 Prozent liegen im großen 6000-Liter-Fass und 50 Prozent in alten Barriques. Keine Schönung und Filtration, sehr geringe Schwefelung bei der Abfüllung. Wir haben mit 2024 einen Jahrgang klassischen Frische und Eleganz. Nach den eher heißen Vorjahren markiert 2024 eine Rückkehr zu einem kühleren, feuchteren Zyklus, der im Keller viel Fingerspitzengefühl verlangte. Das Frühjahr und der Sommer waren fordernd und niederschlagsreich, was die Reben zwar stresste, aber letztlich in einer sehr langen, langsamen Ausreifung mündete. Der milde Spätsommer rettete die Extraktion und sorgte für eine phänomenale aromatische Klarheit. Der 2024er ist damit noch strahlender und feingliedriger als der 2023er, mit einer fast aristokratischen Kühle und einer messerscharfen Präzision zum Zeitpunkt der Lese. Das führt zu dieser immensen Trinkigkeit und einer fast ätherischen floralen Verspieltheit. Duftige, filigrane Nase mit vibrierender, hellroter Frucht, wie immer bei Grand’Cour, aber dieses Jahr mit einer unglaublichen Klarheit. Rote Johannisbeere und wilde Himbeere bis zum Abwinken, dazu auch Hagebutte, Veilchen und weiße Pfingstrosen, mit einem Hauch kühler Mineralität hintenraus. Der Stoff wirkt fast schwebend. Der Clos de la Grand'Cour hat so eine signifikante, saftige Aromatik, die ihn immer erkennbar macht. Der 2024er ist schlanker und vertikaler als der 2023er, noch mehr im Fluss und von einer beneidenswerten Leichtigkeit geprägt. Eine bezaubernde Nase mit so viel Energie, die sich dann auch in den Mund zieht – auch hier alles auf knackiger roter Frucht laufend, ein Traum. Der Mund hat so viel blumige Walderdbeere mit kleinen Preiselbeeren und Sauerkirsche, unterlegt von einer feinen, eisenartigen Mineralität. Eine Wonne! Ich liebe den Clos de la Grand’Cour, jedes Jahr einer meiner Lieblinge der Region. Einfach ein schicker Wein, der so viel Freude macht mit seinem tänzerischen Spiel, fast elektrisierend in der Aromatik und Frische. Ein großer Fleurie von einem unikathaften Weinberg mitten im Ort.