Domaine Alain Voge: Cornas Chapelle Saint-Pierre 2023

Domaine Alain Voge: Cornas Chapelle Saint-Pierre 2023

BIO

Zum Winzer

Syrah 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2053
strukturiert
tanninreich
pikant & würzig
Lobenberg: 95–97/100
Jeb Dunnuck: 94–96/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cornas Chapelle Saint-Pierre 2023

95–97
/100

Lobenberg: Cornas ist immer 100 Prozent Syrah, by law, keine weißen Trauben erlaubt wie in Côte Rotie oder Hermitage. Biodynamische Weinbergsarbeit, Spontanvergärung. Der Wein stammt von den ersten Reben, die Alain Voge in 400 Metern Höhe gepflanzt hat. Die Reben sind also rund 30 Jahre alt und stehen auf purem Granit am Waldrand. Damals war das mehr als mutig, denn es galt als unmöglich in dieser Höhe große Syrah zu ernten, weil das Klima dafür in früheren Zeiten einfach zu kühl war. Heute ist es in einigen Jahrgängen ein großes Glück hier oben unterwegs zu sein. Es gibt diesen raren Stoff nur in Ausnahmejahren, bisher nur 2016, 2019, 2021 und eben 2023. Es ist der »neuste« Wein im Portfolio von Voge, Alain selbst hat ihn noch mit kreiert. In 2016 war dieser Stoff so extraordinär, so vertikal und berauschend, dass sie ihn unbedingt einzeln abfüllen wollten. Er ist ein bisschen die Antithese zum Les Vieilles Fontaines, der immer der Powerstoff ist. 2023 ist, wie 2021, für den Chapelle Saint Pierre ein quasi-perfekter Jahrgang, weil er genau das verkörpert: Eleganz, Zartheit, Frische. Diese Hochlage bringt eine Kühle und Finesse, die man für das wuchtige Cornas als untypisch erachten kann, aber es war genau das, was Alain Voge in Cornas gesucht hat: die Eleganz, nicht die Kraft. Der Chapelle Saint Pierre ist also sowas wie der der weingewordene Inbegriff der Vision von Alain Voge. Schade, dass der große Meister heute nicht mehr selbst schmecken kann, wie richtig er damit lag hier Reben zu pflanzen in diesem heutigen Klima. Aber immerhin den 2016er hat er ja noch erlebt. Mit Ende September war es eine sehr späte Lese, das heißt voll ausgereifte, samtig-weiche Tannine. Es gibt kein neues Holz und keine Rappen in diesem Wein, um ihn nicht zu überfrachten in seinem feinen Charakter. Schon das Parfüm ist allerfeinst. Cranberry und Boysenberry, salzige Himbeere, Granitstaub, Sauerkirsche. Das ist Cornas in totaler Rasse und Charakter eines Bergweines. Wie die Hochlagen von Gigondas an der Südrhône. Nicht wirklich vergleichbar mit wuchtig-süß-schwarzen Cornas. Ein großer Finessestoff für Burgundertrinker. Er ist nicht besser als der Vieilles Vignes, der der komplettere Wein ist, er hat bloß einen sehr anderen Charakter.

94–96
/100

Jeb Dunnuck über: Cornas Chapelle Saint-Pierre

-- Jeb Dunnuck: Previously made in 2016, 2019, and 2021 and coming from a higher, cooler terroir, the 2023 Cornas Chapelle Saint-Pierre was all destemmed and aged 20 months in two to three-year-old barrels. It has a beautiful purple-fruited, violet, floral, mineral-driven style as well as a vibrant profile on the palate revealing medium to full-bodied richness, a pure, focused texture, and ripe, nicely integrated tannins. It's clearly a beautiful wine in the making.

Mein Winzer

Domaine Alain Voge

Was Chave für Hermitage ist, das sind Clape und Voge für Cornas – DIE absoluten Großmeister und Kultwinzer ihrer Appellationen. 1958 stieg Alain Voge in die elterliche Domaine ein, da lagen Cornas und Saint Peray noch im Dornröschenschlaf. Derzeit war es eine mehr als gewagte Idee, sein Leben diesen...

Cornas Chapelle Saint-Pierre 2023