Überwiegend stammt der Wein aus dem oberen Bereich des Oberhäuser Leistenbergs und aus dem Oberhäuser Kieselberg, recht nahe am Weingut gelegen, die jüngeren Reben zwischen Klamm und Hermannshöhle gehen auch noch mit ein, weil auch hier der Tonschiefer-Boden dominiert. Die Lagen sitzen auf dunklem Tonschiefer, den bezeichnet man auch als Carbonschiefer. Dieser Carbonschiefer geht bis ins Tiefschwarze. Der Schiefer ist kalkiger, hat kaum Ölanteile, und dieser Stein verwittert extrem schnell zu Ton, weil er eben so weich ist. Der Tonschiefer hat im Gegensatz zum Gutswein immer einen expressiveren Fruchtausdruck und er vibriert mehr. Im Prinzip ist der Tonschiefer das, was bei anderen der Ortswein ist, aber es ist bei Dönnhoff auch der Einstieg in die ernsthafte Bodenexpression der Nahe. Er geht definitiv über die Gutswein-Kategorie hinaus eigentlich. Diese wilde Würze und Steinigkeit aus den Böden. Er könnte eigentlich auch Oberhäuser Riesling heißen. Der 2024er ist schon in der Jugend super expressiv, aber nicht in seiner Fruchtigkeit, sondern mehr ins Gestein laufend. Er hat ein faszinierendes mineralisches Spiel, eine an Umami heranreichende, extraktsüße Salzigkeit, die sich nicht vordergründig ausdrückt, sondern ganz fein auf der Zunge tanzt. Dieser Wein ist ein gigantischer Erfolg für Dönnhoffs, weil es der Lohn extrem harter Arbeit in diesem Frostjahr ist, weil es so brachial viel Aufwand war, diesen Fokus und diese Finesse im Riesling zu erhalten. Der Tonschiefer 2024 hat absolut alles, was wir Nahe-Fans uns wünschen könnten!