David Moret arbeitet nur mit Schwerkraft, kein Pumpen, alles geht direkt ins Fass. Im Sommer wird dann vom Fass in Inox umgezogen vor der Abfüllung im Winter nach einem Jahr Ausbau. Auch die Abfüllung erfolgt ohne pumpen. Die Weine verblieben bis November 2025 im Fass, dann wurde abgefüllt. Wie die 1ers Crus bekommt der Charlemagne rund 30 Prozent neues Holz. Dieses Jahr ist das ein ganz feiner aber im Grunde eher noch ein ungewöhnlich frischer und mineralischer Corton-Charlemagne. Die große Konzentration von 2024 kommt schon im Duft zum Tragen, dennoch wirkt er sehr fein, nicht üppig, sondern weißfruchtig und kühl, aber eben sehr dicht. Charlemagne kann entweder sehr reich und kraftvoll, oder eher kühl und dezent daherkommen, dieser hier gehört eher zu letzterer Fraktion. Eine schüchterne Füllung sozusagen, mit sechs, sieben Jahren Reife fächert er aber natürlich auf. Der lange Hefekontakt bei Moret verschließt die Weine in der Jugend etwas – und doch zeigt sich 2024 auch jung schon angänglich, wenngleich vielleicht nicht ganz so sehr wie 2021. Viel helle Frucht auf Kreidestein in der Nase, Yuzu und grüne Aprikose, Bergwiesenheu und Meersalz, Austernschale. Elegant, hell und kristallin, konzentriert in 2024, aber dennoch mit der feinste Ausdruck in der Nase der ganzen Range. Corton Charlemagne, ein Mythos. Der Mund so dicht, zart buttrig, schmelzend fein und zugleich phänomenal mineralisch und frisch. Kraft trifft Eleganz. Von der Mineralität nicht der komplexeste Wein bei Moret, aber der feinste und eleganteste ziemlich sicher. Der Spitzenwein bei David Moret.