95 Prozent Merlot und fünf Prozent Cabernet Franc. Die Nase dieses Zweitweins – der eigentlich kein Zweitwein ist, weil er ja aus gesonderten Parzellen kommt – ist satt, reich und voll. Lakritze, Veilchen, viel Druck mit Brombeere und Cassis. Auch ein bisschen Backpflaume und Amarenakirsche. Unglaublich wuchtig! Das ist eben der Lehmboden – weniger fein, aber dafür mit unglaublich Power aus diesen alten Reben. Darunter viel Veilchen. Der Mund ist extrem delikat. Das war er 2021 auch schon, aber 2022 ist einfach nochmal deutlich fülliger – reich und satt mit so viel dunkler Frucht. Blaubeere, Blaubeerschalen mit Brombeere und Maulbeere, dazu Lakritze und viel Veilchen. Aber auch eine tolle Säure aus Orangenschale, Sauerkirsche und Schlehe. Viel Spannung ausstrahlend. Wow, was für ein schicker Mund mit seidig-samtigen Tanninen und hoher Intensität! Viele Château wären sehr glücklich, wenn sie so etwas als Erstwein hätten. Der Wein rollt immer wieder hoch mit unglaublichen Salzmassen, mit dieser rotfruchtigen Säure. So viel Druck, so hohe Intensität und Spannung ausstrahlend! Ein echter Kracher mit viel Dramatik. Was für ein superber Wein! *** Es gibt nur 5.000 Flaschen von diesem Wein. Er wächst nicht auf dem Kalksteinplateau wie Beauséjour Duffau, sondern an den Hängen auf Lehmböden über Kalksteinfels. Die Reben sind im Durchschnitt 45 Jahre alt. Die Trauben werden komplett entrappt und im Beton spontan vergoren. Ausgebaut wird zu 50 Prozent im neuen Barrique ausgebaut, zur Hälfte in gebrauchten Fässern.