Das Weingut Conterno Fantino liegt in Monforte d´Alba. Bereits seit vielen Jahren wird hier zertifiziert biologisch gearbeitet. Im Keller werden alle Weine komplett entrappt und spontan im Stahl vergoren, die Beeren werden nicht angequetscht. Rund zwei Wochen dauert die Gärung in den Rotofermentern, die hier verwendet werden. Die Häute platzen durch diesen Prozess von selbst auf. Nach zwei Wochen werden die Schalen rausgenommen und der Wein für eine Woche sedimentiert, anschließend geht er direkt ins Barrique. Ein Drittel Neuholz, zwei Drittel gebrauchtes Holz. Die Malo findet im Barrique statt. Winzer Fabio Fantino schwört darauf, weil es die Farbe stabilisiert und die auftretende Mikrooxidation dem Wein reduktive Noten nimmt – ein Grund, warum die Weine hier im Vergleich zu den Nachbarn deutlich dunkler sind. Nach einem Jahr im Barrique wird die Hälfte des Weins in größere Fässer umgezogen. Alle Baroli werden bei Conterno Fantino so erzeugt und dann im Juli nach 2,5 Jahren auf Flaschen gefüllt. Das Weingut besitzt 0,98 Hektar in der Lage Mosconi auf 400 Höhenmetern. 9 Reihen davon sind über 60 Jahre alt – in diesem extrem steilen Teil kann nicht mit dem Traktor gearbeitet werden. Elegant leuchtendes, mittleres Rubinrot mit einem Hauch Orange. Schon in der Nase ist dieser Wein monumental mineralisch – die Aromatik vibriert tief und mysteriös. Zart rauchig vor lauter Teer, Graphit und rostigem Eisen. Die dunkle, erhabene Frucht ist vollreif und brummt unter der mystischen Würze von ätherischen Kräutern, einem Hauch Orangenschale und etwas Weihrauch. Pflaumen, Brombeeren, saftige Schwarzkirschen und Blaubeeren. Auch im Mund ist der Wein unendlich dicht und schiebt druckvoll mit saftiger, intensiver Frucht und griffiger Struktur! Die vielen Tannine sind fein poliert, aber sie sind zugleich auch gitterförmig in Reih und Glied angeordnet. Ob ihrer Jugend sind sie sehr griffig, dennoch zugleich reif und harmonisch. In diesem großen Jahrgang 2021 hat der Mosconi zudem die nötige, intensive, saftige Frucht, die der Struktur die Waage hält. Mir läuft beim Probieren das Wasser im Mund zusammen. Die salzige Kalkstein-Mineralik knistert auf der Zunge und sorgt für geniale Frische – im Nachhall bleibt Orangenabrieb, zartbittere Schokolade und saftig reife Schwarzkirsche pudrig auf der Zunge. Mosconi ist die höchste Lage des Weinguts. Die Frische des kühleren Mikroklimas gibt diesem körperreichen Wein seine fabelhafte Feinheit hinten raus. Das ist ein Wein, der die optimale Balance und Intensität und damit auch ein fabelhaftes Maß an Perfektion erreicht hat. Ein großer und wirklich monumentaler Barolo, der am besten weitere zehn Jahre in den Keller gehört, um sein volles Potenzial zu entwickeln und diese griffige Struktur des Jahrgangs voll zu integrieren. Absolut großer, phänomenaler Stoff!