Das Weingut Conterno Fantino liegt in Monforte d´Alba. Bereits seit vielen Jahren wird hier zertifiziert biologisch gearbeitet. Im Keller werden alle Weine komplett entrappt und spontan im Stahl vergoren, die Beeren werden nicht angequetscht. Rund zwei Wochen dauert die Gärung in den Rotofermentern, die hier verwendet werden. Die Häute platzen durch diesen Prozess von selbst auf. Nach zwei Wochen werden die Schalen rausgenommen und der Wein für eine Woche sedimentiert, anschließend geht er direkt ins Barrique. Ein Drittel Neuholz, zwei Drittel gebrauchtes Holz. Die Malo findet im Barrique statt. Winzer Fabio Fantino schwört darauf, weil es die Farbe stabilisiert und die auftretende Mikrooxidation dem Wein reduktive Noten nimmt – ein Grund, warum die Weine hier im Vergleich zu den Nachbarn deutlich dunkler sind. Nach einem Jahr im Barrique wird die Hälfte des Weins in größere Fässer umgezogen. Alle Baroli werden bei Conterno Fantino so erzeugt und dann im Juli nach 2,5 Jahren auf Flaschen gefüllt. Die Böden in der Lage Ginestra haben einen hohen Anteil an weißem Lehm. Bei diesem Wein sind wir in der Sublage Sori Ginestra auf einer Höhe zwischen 340 und 360 Metern. Die ältesten Reben wurden hier 1971 gepflanzt und sind nach Süden exponiert. Zusammen mit Mosconi ist das die beste Lage des Weinguts. Die meiste Power und gleichzeitig die höchste Finesse und Frische. Das ist nochmal eine Nummer dichter als Vigna del Gris. Tiefes, elegant leuchtendes Rubinrot – die tiefste Farbe aller Conterno Fantino Weine. Schon die Nase ist schwer und samtig. Dunkle, frische und getrocknete Pflaumen mit Kirschwasser. Der Wein schiebt opulent mit viel Muskelpower und Intensität aus dem Glas. Konzertierte und getrocknete ätherische Kräuter, Leder, Lakritz, rauchiger Teer. Im Mund ist dieser junge Wein momentan aromatisch etwas verschlossen. Unendlich viele, feine und sehr griffige Tannine kleiden die Zunge aus. Dunkle Waldbeerfrucht und Lakritz mit 100-prozentiger Schokolade hinterlässt »Barolo-Sternenstaub« im Mund. Im Nachhall taucht wieder die dichte blaue und schwarze Frucht auf der Zunge auf. 2021 war insgesamt bei Conterno-Fantino ein herausragender Jahrgang, so auch in diesem Wein. Aber dieser Stoff braucht eben – trotz der massiven Frucht des Jahrgangs, die die Tannine voll aufnimmt – noch mindestens fünf Jahre Flaschenreife, bevor er in sein erstes Trinkfenster kommt. Ein großer, monumentaler Power-Wein aus einem der besten Jahrgänge des Jahrhunderts!