Der Vogelsang war einst eine der renommiertesten Lagen der Pfalz und die Familie Christmann hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, dass sie diesen Ruf heute wieder vollkommen zu Recht trägt. Auf rund 260 Metern Höhe gelegen, direkt oberhalb von Neustadt, zählt der Vogelsang zu den höchsten Spitzenlagen der Mittelhaardt. Der rund 150 Millionen Jahre alte Kalkboden verleiht dem Wein seine unverwechselbare Handschrift. Kühl, salzig und von beeindruckender Finesse geprägt.,2025 zeigt sich der Vogelsang allerdings etwas offener und zugänglicher als gewohnt. Die Nase besitzt diese typische Höhenlagen-Eleganz, wirkt aber deutlich fruchtbetonter als im Vorjahr. Weißer Pfirsich, gelber Apfel, reife Birne und Lindenblüte schweben über Kalkstein und feinen Wiesenkräutern. Dazu kommt eine zarte Rauchigkeit und die für Christmann typische steinige Tiefe. Alles wirkt unglaublich klar und präzise, gleichzeitig aber auch einladend und charmant.,Wenn man den Wein neben Idig und Meerspinne probiert, bleibt der Vogelsang das Bindeglied zwischen beiden Welten. Er besitzt etwas von der salzigen Kraft des Idigs, gleichzeitig aber auch die helle Strahlkraft und Zugänglichkeit der Meerspinne. Am Gaumen zeigt sich sofort die enorme Qualität des Jahrgangs. Reifer weißer Pfirsich, Limette, etwas Aprikose und gelbe Zitrusfrucht werden von einer kalkigen Mineralität getragen, die sich wie ein roter Faden durch den Wein zieht. Die Säure ist präsent, aber perfekt eingebunden. Alles wirkt geschliffen, ausgewogen und voller Energie. Trotz seiner Zugänglichkeit bleibt der Vogelsang ein Wein mit Tiefgang. Die hohe Lage sorgt für Frische und Präzision, die kleinen Erträge für Konzentration und Länge. Besonders beeindruckend ist die innere Balance des Weins. Nichts wirkt laut oder forciert. Alles fließt. Salz, Kalk und feiner Extrakt begleiten den minutenlangen Nachhall. Ein großer, strahlender Riesling mit enormer Finesse und vielleicht der charmanteste Vogelsang, den Christmann bislang erzeugt hat.