Anschnallen, hier kommt die Meerspinne! In 2024 wieder ein absolut glasklares, zupackendes Geschoss – brillant, geradlinig, terroirgetrieben. Die Meerspinne ist der wiederbelebte und historisch beste Teil des Mandelgartens und galt seit jeher als die beste Lage Gimmeldingens. Massiver Kalkfels im Untergrund, Buntsandstein und kalkhaltiger Löss im Oberboden. Rund 30 Jahre alte Reben. Im Jahrgang 2024 gibt es nur ein größeres Holzfass von diesem Wein, der Rest ging in den Riesling aus den Lagen. Wie man es von diesem GG gewohnt ist, schreit die Nase förmlich schon »Kalk!«. Gesteinsmehl, regennasser Kalk, eine zarte Meeresbrise, quasi nur Steinigkeit und Kühle zunächst. Reduziert und karg mit reduktiver Spannung. Die erste Nase lässt einfach schon erahnen, was hier für ein Mineralhammer im Glas steckt. Mit Luft zeigt sich dann primär Zitrone. Viel Zeste, aber auch eingelegte Salzzitrone, Calamansi, Limettenblatt. Auch ein wenig grüne Birne und eine ätherische Note, die an Anis oder Fenchel denken lässt. Im Mund dann sehr kristallin und mit einer immensen Dramatik ausgestattet. Druckvoll-mineralisch schießt die Meerspinne über die Zunge. Zitrische Säure eingebettet in kalkigen Grip, läuft wie ein Laser über alle Papillen, fordert, vibriert ohne Ende. Wieder enorm viel Salzzitrone, junger Ingwer, ein Hauch von weißem Tee. Beeindruckende Länge mit toller Pikanz und Tiefe, kommt trotz aller Dramatik aber sehr geschliffen daher und wirkt nicht anstrengend, sondern eher animierend. Ein genialer Terroirwein, der sicher ein paar Jahre braucht um sich zu finden, aber dann ein sehr großes Entwicklungspotenzial aufweist.