Trotanoy stammt aus dem Hause Moueix und teilt sich dementsprechend nicht nur die Nachbarschaft, sondern entfernt auch die DNA mit Petrus. Schon der erste Eindruck des 2012ers ist betörend: Ein weiter, fast barocker Fächer aus süßer Schwarzkirsche, Cassis und Pflaume, dazu Trüffel, Tabak, Lakritze und Graphit. Ein Hauch von geröstetem Fleisch, Rauch und warmer Erde, fast animalisch, aber in perfekter Balance mit der tiefen Frucht. Am Gaumen kraftvoll und doch seidig, voll Spannung zwischen Burgunder-Feinheit und Pomerol-Tiefe. Die Frucht bleibt schwarz und reif, getragen von dichter, cremiger Textur und seidig gereiftem Tannin. Es sind Schichten aus Kirsche, Brombeere, Bitterschokolade und zerstoßenen Steinen, die sich nach und nach öffnen. Die Säure hält alles präzise zusammen, subtil, elegant, perfekt eingebunden. Der Abgang ist beachtlich warm und würzig, mit Lorbeer, Tabak und salziger Mineralität. Trotz seiner Fülle wirkt der Wein fast schwerelos, strukturiert und fein wie ein großer Volnay, dabei zutiefst Pomerol in Seele und Form. 2012 ist vielleicht der unterschätzteste Trotanoy der letzten Dekade – weniger monumental als 2009 oder 2010, aber mit jener feinen, leisen Größe, die ihn heute schon trinkreif und zugleich wunderbar komplex macht.