Sehr schicke, aufregende Nase: Zitronengras gefolgt von satter Reineclaude, aber nicht zu reif, das Ganze bleibt spielerisch. Darunter liegt ein wenig Limette, Apfel und recht viel Birne. Reineclaude und Birne als Dominante, erst ganz langsam kommt ein bisschen gelbe Melone. Ein wunderschöner, extrem charmanter Fruchtcocktail. Wer schon mal in eine schöne gelbe, saftige Reineclaude gebissen hat, der weiß, was für ein Erlebnis das sein kann. Einfach extrem schicke, mit Zitronengras unterlegte gelbe Pflaume. Wie schön, wie schick, was für eine Freude! Der Mund wird ergänzt von einer Quittenbirne – das ist schon eine lustige Kombination, aber sehr lecker! Es kommt in der Frische sogar knapp an den extrem gelungenen und mit etwas mehr Säure ausgestatteten 2021er heran, dafür ist aber sogar substanzreicher und dichter und auf jeden Fall auf der köstlichen Seite. Sehr schicker Weißwein! Und eine unbedingte Empfehlung En Primeur. Zu einem guten Preis ist das die wahre Freude. Aber es ist untypisch für Pessac-Léognan: Eigenwillig und einzigartig in seiner Ausrichtung, in dieser deutlichen Reineclaude-Apfel-Birnen-Quittenkombination. Mir gefällt das sehr! *** Dieses winzige Château, noch im Stadtgebiet Bordeaux liegend, ist nun seit vielen Jahren im Kreise der Top-Weine Pessac Léognans angekommen und dennoch noch vollständig unbekannt. Einer der Preishammer am linken Ufer schlechthin. Das Weingut segelt im Fahrwasser von La Mission Haut-Brion, Pape-Clement und anderen. Die Lage ist eigentlich eher witzig. Bei diesen hohen Bodenpreisen hier eine alteingesessene Domaine zu betreiben. Und dementsprechend wird ständig etwas rausgezwackt von Immobilienhainen. Die alten Reben sind aber archetypisch für diese Region. Der Besitzer ist Alain Maufras. Insgesamt gibt es nur 16 Hektar, davon 80 Prozent Rotwein. Die Weinreben sind über 30 Jahre alt, der Boden argilo-calcaire und ein bisschen Sand-Kies-Gemisch. Also die klassische Bodenzusammensetzung wie sie auch beim Nachbar La Mission Haut-Brion zu finden ist.