Was für eine duftige, ja exotische und süße Nase! Süße Datteln, süße Feigen, frisch aufgebrochen, so opulent! Moschus, ganz süße Lakritze und satte Cassis, dazu satte Maulbeere. Insgesamt eine Nase, die berauscht. Im Mund bekommt der Wein aber dann die Kurve zu einer höheren Eleganz. Extrem feines Tannin. Im Mund sogar eher schlank bleibend, das habe ich gar nicht erwartet bei der Nase. Schick, tänzelnd, fein und saftig laufend. Im Mund fehlt fast sogar etwas Fleisch, wenn man es vergleicht mit den ersten Eindrücken. Mittlere Länge, ja fast etwas kurz. Insgesamt ein guter, sehr modern gefälliger Saint-Émilion, ohne an seine großen Taten der Jahrgänge, 2019, 2020 und 2022 ganz anschließen zu können, dafür ist er in Summe etwas zu fein. Aber dafür ist er auch ausgesprochen lecker und in diesem tollen Trinkfluss sicherlich schon bald Everybody’s Darling. Der Wein macht viel Freude, ohne, dass er je anstrengt. *** Das Weingut auf dem Kalksteinplateau gehört heute zur Jackson-Gruppe aus Kalifornien. Seit Jahren ein Rising Star. Der Winemaker und Mitbesitzer Pierre Seilan war früher bei Vérité, das ja zu Jackson gehört. 24 Hektar mit 60 Prozent Merlot, 35 Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Cabernet Sauvignon. Die Reben sind 60 Jahre alt. Zu 65 Prozent wird der Wein im neuen französischen Holz ausgebaut, zu 35 Prozent im einjährigen Holz.