Lascombes zeigt 2022 eine unglaublich schwarze Farbe und eine superdichte Minz-Eukalyptus-Lakritz-Nase mit unglaublich viel Schub. Reife dunkle Pflaumen, Amarenakirsche, fast Backpflaumen. Was für ein Druck, was für eine Opulenz! Auch im Mund einfach ganz viel Wein. Amarenakirsche, Backflaume, schwarze Kirsche und Cassis, aber auch geflämmtes Holz. Viel Extrakt. Geflämmtes Fleisch und etwas Holzkohle. Ich glaube, dass könnte ein ganz, ganz großer Wein sein. Vielleicht wird er es auch. Aber im jungen Stadium wird deutlich, dass einfach sehr viel dran gearbeitet wurde. Es wird deutlich, dass der neue Direktor Axel Heinz hier auftauchte um mit der nötigen Vorsicht zu Werke zu gehen, aber noch ist das Holz sehr dominant. Dieser 2022er ist auf jeden Fall eine Wuchtbrumme und ein absoluter Powerwein. Aber höchstwahrscheinlich wird er sich nach 10, 12 Jahren fangen und ein ganz großer Margaux werden. Potenzialwertung: 97/100 *** Lascombes hat geniales Terroir, eine perfekte Lage mit großartigen alten Reben. In seiner Ausstattung so, dass es der perfekte Gegenspieler von Rauzan-Ségla sein könnte, aber bisher hat Lascombes das fast nie gepackt. Immer waren die Weine übervinifiziert und überextrahiert. Nun hat aber ein Umdenken eingesetzt. Ab 2022 kam der ehemalige Winemaker und technische Direktor von Ornellaia, Axel Heinz, als neuer Direktor zu Lascombes. Hier soll das Potenzial voll ausgeschöpft werden. Ab 2022 ist Lascombes wieder hauptsächlich Cabernet und nur noch aus den Ursprungsparzellen von 1855. Zurück in die Zukunft. Bie besten Merlots hat Axel ausgegliedert in den neuen Kultwein 'La Cote de Margaux' eine Reminiszenz an seinen früheren 'Masseto' auf Ornellaia. Die schwächeren Lagen des Weinguts gehen nun zu einem weitaus größeren Teil in den Zweitwein.