In Gigondas war 2024 tatsächlich deutlich einfacher als 2023. Louis Barruol geht so weit zu sagen, dass 2024 der beste Jahrgang seit 2016 sei. Es ist ein glorreicher Jahrgang, der 2023 und auch 2022 weit in den Schatten stellen wird in Louis Augen. Die Fassproben, die ich bisher aus 2024 aus Gigondas probiert habe, sind tatsächlich grandios. Voller Spannung und viel seriöser strukturiert als die charmanteren 2023er, die Tannine sind voll ausgereift, aber der Jahrgang hat einen so köstlich straffen Charakter behalten, so viel innere Spannung wie 2016 und 2010. Die Trauben waren annähernd perfekt in Gigondas, besser als in Châteauneuf, wo es etwas durchwachsener war. Der Weinberg liegt auf fast 300 Meter Höhe. Der Untergrund ist eine Art Kalkstein/Lehmgemisch, aber trocken. Gleicher Untergrund wie er auch im Barolo vorkommt. Der Weinberg ist der jüngste der drei großen Lagen. Erst 1963 gepflanzt. 100 Prozent Grenache. Alles spontan als Ganztraube unentrappt im Zement vergoren, in 15 Prozent neuen und sonst einjährigen Barriques ausgebaut. Alles biodynamisch bearbeitete Weinberge. Louis Barruols Grenache sind sehr anders als die Cuvée Specials aus Châteauneuf. Viel dunkler, würziger und fester als die weichen Charmebomben von unten im Tal. Frischer Espresso in der Nase, Schlehe, süße Kirsche, Sanddorn und eine Cassis-Reduktion, das man fast denkt einen großen Burgunder im Glas zu haben. Die Tannine schweben über den Gaumen, so ultrafein, dass es schwer zu beschreiben ist. Er ist weniger würzig und eigenwillig als Hominis Fides dieses Jahr, der etwas fester und steiniger wirkt. Le Poste ist ein Traum in seidiger Perfektion. Irre, wie sehr Gigondas durchgestartet ist in diesem eigentlich recht schwierigen Jahrgang, aber dort hat einfach alles gepasst. Ganz große Weine hier!