Les Granits besteht aus 100 Prozent Syrah, die Reben stehen im Lieu-dit Saint-Joseph, also in der absoluten Toplage der Appellation. Chapoutier könnte den Wein heute auch Lieu-dit Saint-Joseph nennen, aber früher waren auch andere Parzellen Teil des Les Granits. Im Keller werden die Trauben entrappt, die Maische für fünf Wochen mazeriert und vergoren, anschließend erfolgt der Ausbau für 16 Monate im Barrique, 15 bis 25 Prozent Neuholz im Turnus. Hier auf der gegenüberliegenden Uferseite von Crozes-Hermitage sind wir immer deutlich mehr in der roten Frucht. Hochreife, reiche, würzige Schlehe und Herzkirsche, auch dunkle Himbeere. Hohe Intensität, aber auch große Feinheit. Schon in der Nase eine feine Süße ausstrahlend. Im Mund ziehen sich die Augen zusammen ob dieser großen Spannung zwischen Süße und Säure. 2023 hat die Reife von 2019 und 2020 mit der spannenden Seidigkeit und Eleganz von 2021. Das ist eine sehr ansprechende Melange, weil irgendwie alles passt. Das macht die Weine in ihrer Wärme auch schön zugänglich in der Jugend, schon aus dem Fass probiert, sind sie traumhaft seidig. Warme Beerenfrucht und warmer Stein in Nase und Mund. Der Wein steht für Minuten und spiegelt die Appellation Saint-Joseph ziemlich perfekt wider. Das ist so typisch – ein kleiner Côte Rôtie und trotzdem hat er den Schmelz, den Côte Rôtie fast nie haben. Dazu diese Süffigkeit, diese Saftigkeit und gleichzeitig die Dichte, die es braucht, um ein großer Wein zu sein. Schick, lang und intensiv, trotzdem nicht über den Punkt vinifiziert, trotz all der Reichhaltigkeit und Dichte.