Le Méal ist 100 Prozent Marsanne aus uralten Reben. Die Parzelle liegt in der Mitte des Hermitage in Südexposition und ist der steilste Abschnitt des weltberühmten Weinbergs. Im oberen Teil bestehen die Blöden aus Sand und Kies. Die Reben stehen zu 100 Prozent bergabwärts, aber zwischendrin sind Terrassen angelegt, damit der ganze Sand und der Kies nicht heruntergeschwemmt werden. Le Méal ist zu steil, um mit dem Pferdepflug zu arbeiten, stattdessen wird eine Raupe eingesetzt. Die Trauben werden direkt abgepresst und der Most spontan im 600-Liter Demi-muid vergoren, teilweise dauert die Gärung bis zu vier Monate. Auch der Ausbau findet in den Demi-muids statt. Gefüllt werden die weißen Ermitage bei Chapoutier inzwischen nach elf Monaten, nicht wie früher nach dreizehn. Le Méal ist deutlich charmanter in der Nase als De l’Orée – feiner in der weißen Frucht und in der weißen Blüte. Er hat immer einen riesigen Charme- und Delikatessenfaktor. Hochkonzentriert in weißer Birne, weißem Pfirsich und Apfelblüten, auch frisches Brioche und etwas frisch aufgeschlagene Sahne. Der Wein wirkt fast süßlich in seinem mediterranen Schmelz, ist aber natürlich auf quasi Null Gramm Zucker vergoren. Die eleganten Bitterstoffe bilden das Grundgerüst dieses üppig-warmen, reichen Hermitage, der sich mit Orangenblüte, Litschi und Sternfrucht im gesamten Mundraum breit macht. Alles wird belegt und eingenommen von diesem südfranzösischen Charme, den der Wein versprüht. Le Méal hat etwas weniger Säure als De l’Orée, er ist reicher, fetter und üppiger. Die geniale Balance wird aus dem Bitterstoff und aus der Tanninkraft geschöpft. Ein Powerteil, ohne jedoch fett zu sein. Der Wein steht für Minuten – das ist ein richtiger Kracher! Zehn Jahre oder länger warten bitte. Superb! 99-100/100,