Der Wein wächst auf dem Hermitage-Hügel, da er aber gen Osten ausgerichtet ist, ist es kein Hermitage, sondern ein Crozes. Im Klimawandel ist das natürlich oft Quatsch, gerade in heißen Jahren wie 2023 wachsen hier herausragende Syrah, die vielen Hermitage gar nicht nachstehen.Im Keller werden die Trauben entrappt, die Maische für fünf Wochen mazeriert und vergoren, anschließend erfolgt der Ausbau für 16 bis 18 Monate im Barrique, 15 bis 25 Prozent Neuholz im Turnus. Satte Brombeere, Schwarzkirsche und Herzkirsche, gebratener Rosmarinzweig, schicke Bitterstoffe aus Holzkohle und gegrilltem Fleisch. Wir haben in 2023 eine riesige Komplexität und zugleich sehr viel Eleganz, es hat die Reichhaltigkeit und dunkle Kraft von 2020, aber auch etwas von der rotfruchtigeren Energie von 2019 und 2022. Das ist schon eine faszinierende Mischung. Der Mund ist mediterran, reich und würzig, beginnt mit warmer Beerenfrucht auf warmem Stein, hat aber auch diese gewaltige Spannung aus dem Granit. Die Säurespur von 2023 gibt dem ganzen in Tateinheit mit der mentholartigen Frische einen tollen Schliff und Trinkfluss. Das Ganze wird von hochfeinen, samtig-weichen Tanninen eingerahmt. Für einen Crozes-Hermitage ist das ein Megateil, die Appellation ist fast ein Scherz auf dem Label, wenn man diesen gewaltigen, warmen Steinabdruck und die Feinheit der Struktur auf der Zunge hat. Großes Kino für Crozes!