Ein Wein aus Chapoutiers 'Selection parcellaire', der vielleicht extremsten Form der an der Rhône biodynamisch bewirtschafteten Weinberge. In den Steillagen ist alles Handarbeit, jede Spritzung, jede Unterstockarbeit, jede Laubarbeit, alles wird händisch ausgeführt nach dem großen Plan von Meister Michel Chapoutier. 2022 war an der Nordrhône ein Riesenjahr, die Renaissance von 1978. Weine im Spannungsfeld zwischen kühler Mineralität und vollreifer Frucht, und das bei erstaunlich niedrigem Alkohol von nur 12.5% vol., Wahnsinn! Da zeigt sich die ganze Klasse dieses herausragenden Weinbaus von Chapoutier. Schon die Farbe ist gewaltig, tief, dunkel, sattes Rubinrot. Deutlich vom Schiefer geprägtes, ultra elegantes und klassisches Nasenbild. Süße und Sauerkirschen, Cassis, blonder Tabak und eine gute Prise Moschus, ein kleiner Touch von geflämmtem Fleisch und Rauch, dieses leicht Animalische, wie es typisch ist für Syrah von der Rhône, aber nichts Überbordendes. Sehr tiefschürfend aber elegant, kompakt aber dies mit perfekten Tanninen. Kühler, saftiger und hochfeiner Mund, mit dunkelbeeriger Kraft ohne jegliche Schwere. Feine Karamelle kommen hinzu, so seidig und fein, dann übernimmt das Salz im Finale und rollt immer wieder hoch und runter. Toller Gesamteindruck, extreme Balance bei gleichzeitiger Hyperlänge. Das ist kein opulenter, schwerer Wein, sondern ganz das Gegenteil davon.