Die Reben im Ungeheuer sind rund 40 Jahre alt und wurzeln auf dunklen, vulkanisch geprägten Basaltböden – direkt gegenüber des Kirchenstücks gelegen. Und doch zeigt das Ungeheuer immer ein ganz eigenes Profil. Der Wechsel von den Grands Crus aus Deidesheim zu denen aus Forst ist jedes Jahr klar spürbar – die Deidesheimer Weine wirken kalkiger, fruchtbetonter, während in Forst die rauchige Mineralität dominiert. Das Ungeheuer bildet dabei eine Art aromatische Brücke zwischen beiden Welten. Es bringt die rauchige Tiefe der Forster Lagen mit, zeigt aber auch die Fruchtoffenheit und Zugänglichkeit, die man eher aus Deidesheim kennt. 2024 ist ein klassisches Ungeheuer. Dicht, konzentriert, geballt. In der Nase zunächst sehr jung und kompakt, mit dichter Rauchigkeit, Hefenoten und kühler Reduktion. Feuerstein, heller Tabak, geröstete Nüsse, Nussbutter. Erst nach etwas Luft kommt die Frucht dazu: gelber Apfel, Mango, grüne Mandarine, Orangenzeste. Exotik in kontrollierter Form. Eine Spur Passionsfrucht und fleischige Nektarine. Alles sitzt engmaschig, nichts ist plakativ. Am Gaumen dann diese vibrierende, kristallklare Salzigkeit, wie sie typisch ist für Forst. Der Wein ist kraftvoll und fast burgundisch rund im Körper, dabei aber straff und salzig. Die Frucht wirkt exotisch, aber fokussiert: Yuzu, reife Limette, grünliche Mango. Die pikante, reife Säure bringt Energie, Zug und Länge. Ein Hauch Grapefruit und Zitronenschale ergänzt das Bild. Salz und Zitrussaft wechseln sich am Gaumen in wilder Dynamik ab – ein Spiel zwischen Extraktsüße und salziger Mineralität. Irre! 2024 bringt erneut ein Ungeheuer mit enormem Körper, dichter Textur und großer aromatischer Tiefe. Es ist einer dieser Weine, bei denen man denkt: jetzt ist das Limit erreicht – und dann geht doch noch mehr. Der Name passt. Ein Gigant mit Wucht, Eleganz und vibrierender Spannung. Super konzentriert, massiv gebaut – und trotzdem gleitet er geschmeidig über den Gaumen. Ein Riesling mit Tiefe, Struktur und fast endlosem Nachhall. Stark!