Die Lage liegt nahe am Waldrand. Es ist eine kühle Lage. Der Boden Kalkmergel und sandiger Ton sowie ein bisschen Buntsandsteinverwitterung. Das kuriose beim Langenmorgen ist seine unglaubliche Schmelzigkeit und Helltönigkeit. Er erinnert mich immer etwas an den 1er Cru Folatieres in Puligny-Montrachet. Er hat immer dieses Freudestrahlende von Deidesheim. Trotz seiner Kühle strahlt kaum ein Wein diesen unendlichen Charme der Pfalz so sehr aus. Der Wein trinkt sich so geschmeidig. Das ist wirklich immer wieder verblüffend, dass Weine aus kühlen Lagen, hier in der Pfalz, trotzdem diese Köstlichkeit, Reife und Schmelz mitbringen. Das GG stammt aus einer alten, etwa 50 Jahre alten Parzelle. Es gab 2023 keinerlei Probleme mit Botrytis in den Deidesheimer Lagen, demnach sehr gesundes Lesegut auch hier im Langenmorgen. Und die Nase ist schon ganz typisch Deidesheim in dieser satten, aber total eleganten Frucht. Unglaublich viel Pfirsich und Aprikose im Wechsel. Dieser satte Fruchtdruck wird steinigen Elementen untermauert. Nasser Kalk, ganz zarte Reduktion. Verblüffend – der Langenmorgen wirkt irgendwie warm und kühl zugleich. Genau so geht es auch Gaumen weiter. Voll auf reifem Steinobst laufend, wobei die Säurestruktur doch auch sehr präsent ist. In 2022 war das ein reiner Charmeur, der 2023er strahlt noch etwas mehr Spannung und Puristik aus, hat dabei aber eben auch ein Lecker-Gen. Alles wirkt total fein verwoben. Enorme Länge, die auf feiner Extraktsüße und salziger Kalkstein-Mineralität endet. So zartschmelzend und elegant. Einfach ein wunderschöner, großer, Ruhe ausstrahlender Riesling.