Von der Cru-Lage Rabaja gibt es bei Giacosa nur 0,6 Hektar, aber alles Eigenbesitz. Die Lage befindet sich in Südwest-Exposition auf etwas über 250 Höhenmetern. Neben Asili ist das sicher die berühmteste Lage in Barbaresco. Der Boden besteht hier überwiegend aus Ton und Kalkstein, in der Regel sind die Weine massiver und dichter als der feinere Asili. Die Reben sind im Durchschnitt 30 bis 35 Jahre alt und die Lage ist mit 4000 Stöcken pro Hektar bepflanzt. 20-monatiger Ausbau im großen Holzfass, wobei dieses 2.800 Liter fassende Fass das kleinste im Keller der Giacosas ist. Die Lage ist eben absolut mini, dafür wurde ein spezielles Stockinger-Fass angefertigt. Es folgen weitere 17 Monate Flaschenlagerung im Weingut, bevor der Wein ausgeliefert wird. Der Wein ist also in Summe ein paar Monate mehr in einem etwas kleineren Holzfass als der Asili. Giacosa hat historisch nie einen Riserva aus dieser Cru Lage gemacht, denn es gibt gerade mal 3.600 Flaschen pro Jahrgang. Die Produktion ist einfach zu klein. Im Juli 2024 abgefüllt, der Wein kommt im Januar 2026 auf den Markt und ich probiere ihn im Oktober 2025 auf meiner Piemont Tour. Elegant leuchtendes, mittleres Rubinrot. Süße, reife Kirsche mit ätherischen Kräutern, etwas Amaro- und Kirschlikör umlegt mit schwebenden roten Blütenblättern und einem Hauch Vanille – diese opulente, monumentale Duftigkeit der imposanten Lage ist zum Reinlegen schön! Gefallenes Herbstlaub und würzige, erdige Noten werden nach etwas Zeit im Glas immer verführerischer – dieser Wein ist eine elegante ältere Dame im adretten Kostüm! Im Mund ist er »on fire«! Knallrote, spannungsgeladene Kirsche mit tänzelnder, reifer Himbeere, sehr vielen ultra-fein geschliffenen Tanninen und einem Hauch Chili. Druckvoll schiebend bleiben die roten Kirschen, reife Pflaumen und etwas Marzipan auf der Zunge. Der druckvolle Körper dieses Weins ist harmonisch und eingebunden. Im Nachhall vibriert die Frucht in dunklen Tönen von frischen Brombeeren und Heidelbeeren. Die Saftigkeit des Weins lebt nach dem Schlucken sogar noch ein zweites Mal auf. Er braucht trotz seiner Harmonie ein paar Jahre Flaschenlager, um seine monumentale Struktur zu integrieren. Ultimativ, körperreich und intensiv, zugleich trägt dieser Muskelprotz alles am rechten Fleck. Die Balance stimmt und trotz des gehobenen Alkoholgehalts ist hier nichts schwerfällig. Rabaja ist eben der Inbegriff der Reichhaltigkeit und der grandiosen Eleganz.