Bodegas Guimaro - Pedro Rodriguez Perez: Camino Real 2022

Bodegas Guimaro - Pedro Rodriguez Perez: Camino Real 2022

Zum Winzer

Caino Tinto, Garnacha, Mencia, Mouraton, Souson
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2038
fruchtbetont
saftig
strukturiert
pikant & würzig
Lobenberg: 94–95/100
Parker: 93+/100
Suckling: 95/100
Galloni: 93–95/100
Spanien, Galicien, Ribeira Sacra
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Camino Real 2022

94–95
/100

Lobenberg: Camino Real wird mit einem hohen Ganztraubenanteil in großen 10.000 Liter Holzbottichen vergoren und auch für einige Monate darin ausgebaut. Anschließend wird ein Teil für einige weitere Monate in Barriques umgezogen. Die Nase des Camino Real ist ein deutlicher Schritt zur Ernsthaftigkeit im Vergleich zum freudestrahlenden und fruchtstrotzenden Basis-Wein von Guimaro. Die Frucht ist dunkler, weniger vordergründig, aber dennoch sehr tief und reichlich. Die Steinigkeit tritt sehr viel stärker hervor hier. Neben der reifen Schwarzkirsche und sehr feiner Pflaume, Kirschblüte und Orangenschale dominiert vor allem Schiefer- und Granitwürze. Man hat diese unergründliche, dunkle Mineralität von Urgestein in der Nase. Der Mundeintritt ist von wunderbarer Balance gezeichnet, zunächst kommt diese samtig-dichte Schwarzkirsche, die alles einnimmt, seidig, mundfüllend, enorm fein. Dann wird die verführerische Frucht von rassiger Frische abgelöst, eine Granatapfelsäure, die pikant und rassig den Ausklang definiert. Im Nachhall kommen süße Gewürze und pflaumige Noten ohne jede Schwere hinzu, Zimt, sehr feine Vanille, Tropenhölzer und Veilchen, verspielt aber auch gewissermaßen druckvoll. Perfekte Balance aus der leicht herb-erdigen Würze der Mencia, makellos geschliffener Säure und wunderbar reicher Frucht, die total reif aber ebenso fein und präzise ist. Es passt einfach alles.

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

93+
/100

Parker über: Camino Real

-- Parker: There is a note of violets and a touch of smoked meat in the 2022 Camiño Real that took me to the Northern Rhône. They try to select vineyards from Amandi with 50+ years of age on different soils with an average of 80% Mencía and 20% other varieties. It fermented with 60% full clusters and matured in 500-liter barrels and 5,000-liter oak vats for some 10n months. It might have a little more weight this year and comes in at 13% alcohol, but it's very balanced and fresh, with fine tannins. It drinks beautifully now. 30,000 bottles produced. It was bottled in August 2023.

95
/100

Suckling über: Camino Real

-- Suckling: This has subtle aromas of dried roses with a pleasant green note. Medium- to full-bodied with lovely tension and nerve, vivid fruit and a clean, well-constructed, fruit-forward finish. Great now, but better in a year or so.

93–95
/100

Galloni über: Camino Real

-- Galloni: The 2022 Guímaro Camiño Real blends 80% Mencía with 20% other varieties from 50-year-old parcels in Amandi, Doade and Chanteiro. The 2022 fermented in tronco-conical wooden vats with 40% whole clusters and aged two-thirds in vats and one-third in barrels. It opens with aromas of roses, bramble, pomegranate and raspberry. Dry, smooth and fresh, it offers red fruit on the finish with a tea-like quality. The 2022 is a fruit-forward red that will evolve beautifully in the bottle.

Mein Winzer

Bodegas Guimaro – Pedro Rodriguez Perez

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Ribera Sacra - heute eine der spannendsten Regionen Spaniens - ein Sumpf für belanglose Massenweine. Eigentlich unvorstellbar, ob der Qualität der Weinberge und der irren Arbeitsintensität, die hier nötig ist. Denn in den extrem steilen, steinigen...

Camino Real 2022