Bodega Lanzaga – Telmo Rodriguez: Rioja Alavesa Tabuerniga 2022
- Garnacha, Garnacha Blanca, Graciano, Mazuelo, Tempranillo, Viura
- rot, trocken
- 14,0% Vol.
- Trinkreife: 2029–2057
- Verpackt in: 6er OHK
- seidig & aromatisch
- strukturiert
- fruchtbetont
- Lobenberg: 100/100
- Parker: 97/100
- Suckling: 98/100
- Tim Atkin: 96/100
- Jeb Dunnuck: 96/100
- Galloni: 95/100
- Spanien, Rioja, Rioja Alavesa
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Bodegas Lanzaga Telmo Rodriguez, El Monte s/n, 01308 Lanciego (Alava), SPANIEN
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Heiner Lobenberg über:
Rioja Alavesa Tabuerniga 2022
/100
Eine extrem feine Nase. Minze, Eukalyptus, große Frische mit leichter Garrigue-Würze. Schwarzer Pfeffer und eine leichte Chilinote. Sehr getragen, die Nase ist total balanciert und fein, aber auch intensiv in der schwarzen Frucht, nur nicht süß, nur nicht schwer oder üppig. Eher ein ultrafeiner Saint-Émilion-Stil in der Nase. Der Mund ist dann zu wenig süß, um Saint-Émilion sein zu können. Er ist so extrem geradeaus mit schwarzer Kirsche, Lakritze und Holunder, aber ultrafein und poliert. Ein wenig an mallorquinischen Callet erinnernd oder an Nerello Mascalese vom Ätna. So unendlich fein! Links und rechts sauber fokussiert, Salz, Stein und Mineralität laufen auf der Zunge entlang, dahinter rollt die schwarze Kirsche immer wieder hoch mit ihrer aromatischen Intensität. Der Wein ist das Gegenteil eines Blockbusters, er ist ultrafein und braucht mindestens fünf, wenn nicht sechs, sieben Jahre zur Entwicklung. Dann ist es ein duftiges Pendant zu einem schwarzfruchtigen Burgunder, ein bisschen in der Stilistik eines Morey-Saint-Denis. Der Wein hört gar nicht wieder auf präsent zu sein, aber mit keinerlei Härte, sondern nur mit unendlicher Feinheit und hoher Intensität. Ein Blockbuster der Finesse. Aber man muss Liebhaber dieser konzentrierten Feinheit sein, denn der Wein ist so gar nichts für Menschen, die mit Wucht und Fett in einer Probe mit ihren Freuden beeindrucken wollen. Es ist eher sehr abgehoben, fast spacig. *** Tabuerniga ist ein 2,7 Hektar großer Weinberg, direkt neben Remelluri gepflanzt. Insgesamt gibt es nur 2.000 Flaschen. 85 Prozent Tempranillo, zehn Prozent Graciano und fünf Prozent Mazuelo. Hauptsächlich stehen die Reben in Ost-, teilweise auch in Südexposition. Ein Weinberg, den Telmo und Pablo für den zweitbesten ihrer Weinberge in der Rioja halten, direkt nach Las Beatas. Der Weinberg liegt auch spektakulär. Schon in der Zeit als beide für Remelluri gearbeitet haben, also vor 30 Jahren, hatten sie in Erwägung gezogen, diesen Plot für Remelluri als Flaggschiff dazuzukaufen. Sie haben es, so glaube ich, aus reiner Berechnung nicht gemacht, um ihn später für sich selbst haben zu können. Nicht ahnend, dass die beiden heute auch wieder für Remelluri verantwortlich sind. Im Weingut werden die Trauben entrappt, die Maische anschließend im offenen Holzbottich vergoren. Der Ausbau geschieht im Holzfuder für 14 Monate.
Jahrgangsbericht
Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.
/100
Parker über: Rioja Alavesa Tabuerniga
Always a favorite of mine, the 2022 Tabuérniga, produced with the field blend of Tempranillo, Garnacha and Graciano, fermented in open-top 3,000-liter oak vats with indigenous yeasts and matured in 1,200-liter foudres for 14 to 16 months. It started quite shy, a little closed, perhaps a little more reductive but in a way that it gives it seriousness. It is a serious red indeed, subtle and insinuating, complex and nuanced, but it does require attention, as it seems to whisper in a low voice in a way I like very much. It comes in at 14% alcohol, with a pH of 3.73 and 4.25 grams of acidity. It has some austerity, but it's all there and in place; it does not show any signs of excess or the heat and drought from the year. 3,566 bottles produced. It was bottled in April 2024.The single-vineyard bottlings from Telmo Rodríguez are from the 2022 vintage, an extremely warm and dry vintage that resulted in their earliest harvest ever.
/100
Suckling über: Rioja Alavesa Tabuerniga
Aromatic and nuanced, revealing layers of dark fruit such as elderberries with dried herbs, pepper and underlying notes of crushed stones and subtle violets. The medium- to full-bodied palate shows depth and poise with a supple texture and a defined core. There's a clear sense of precision with concentration and a firm structure. The finish is long, focused and elegant. Already expressive but will evolve beautifully. Drink or hold.
/100
Tim Atkin über: Rioja Alavesa Tabuerniga
Las Beatas may be more famous - and expensive - but Tabuérniga isn't far behind it in terms of quality. Sourced from a 2.7-hectare parcel of the same name in Labastida, located on terraces between 540 and 630 metres, this is a blend of Tempranillo and 35% Garnacha, Graciano and white grapes with impressive perfume, detail and complexity, rose petal and wild thyme top notes and a palate of bramble, red cherry and wild strawberry. 2027-36
/100
Jeb Dunnuck über: Rioja Alavesa Tabuerniga
One of the Labastida wines from a tiny, terraced 2.7-hectare field blend with quite a lot of Graciano, the 2022 Tabuerniga is feral and herbal, with upfront grip that melts on the midpalate, the tannins well-tamed. It has an inherent wildness that’s compelling and hard to shake, but undeniable finesse and elegance as well, finishing harmoniously at peace with its complex characteristics of sanguine garrigue, smoked meat, and dark chocolate berry deliciousness. Full-bodied, it will shed its baby fat over the next 20-25 years.
/100
Galloni über: Rioja Alavesa Tabuerniga
The 2022 Tabuérniga is a Tempranillo with Garnacha and Graciano from Labastida, aged 14–16 months in foudres. Slightly reductive at first, it then reveals soft violet, wild herbs, cherry and a hint of camphor on the nose. On the palate it is broad and textural, with light chalky grip and medium juiciness, finishing long and complex, its graceful persistence lifted by a subtle plush note.
Bodega Lanzaga – Telmo Rodriguez
Spaniens Super-Star der Weinszene, der Baske Telmo Rodriguez, begann seinen steilen Aufstieg zum vielseitigsten, umtriebigsten und vielleicht besten spanischen Winzer als "junger Wilder" und "Wein-Revoluzzer" zu Beginn der 90er Jahre.