Lobenberg: Die Trauben wachsen in recht kalkigen Lagen. Sowohl Weiß- als auch Grauburgunder stehen hier zusammen. In etwa 50/50-anteilig cuvetiert, in 2022 ist es ein Touch mehr Chardonnay. Die Weine werden nicht gemeinsam vergoren, sondern getrennt ausgebaut und dann cuvetiert. Ausbau komplett im Holz, nur minimales Neuholz von 10 Prozent, Barriques und Tonneaux. Grundsätzlich keine Malo in der Stilistik. Schöne spannungsreiche Nase mit reduzierter Frucht, Bergamotte, Lemongrass, nur ein kleiner Hauch Pfirsich. Das sorgt für einen energetischen, frischen Charakter, trotz des Schmelzes und der Cremigkeit der Burgundersorten. Chardonnay und Weißburgunder sind eine komplementäre Vermählung, da sie sich aromatisch ähnlich sind aber doch jeder seinen ganz eigenen Charakter hat. Der Chardonnay bringt etwas Würze und Salzigkeit, der Weißburgunder die schicke Frucht. Der Mund hat ein paar Anklänge an Chassagne-Montrachet mit seiner hellen, kalkigen Mineralität und feinen Salzigkeit. Animierend und poliert in der Frucht, dicht und voluminös aber ohne Schwere, alles ist schön ausbalanciert und bleibt hellfruchtig und elegant. Ein ganz klein wenig Holzstütze macht sich im Hintergrund nur strukturell und nicht aromatisch bemerkbar. Schöne Cremigkeit des Weißburgunders, aber auch die Frische des Chardonnays schlägt hier nochmal durch. Intensiv und lang. Ein sehr harmonischer Wein. 93+/100