Die Reben sind 1964 gepflanzt, richtig dicke, knorzige Stöcke. Das war ein Weinberg vom Silvaner-Papst Michael Teschke, der sein Weingut aufgegeben hat. Bischel hat die Chance genutzt und diese ökologisch bewirtschaftete Top-Parzelle übernommen. Nach einer gewissen Maischestandzeit wird hälftig in Edelstahl und Holz spontan vergoren und ausgebaut. Ertragsreduktion und späte Lese, um eine satte Reife zu erhalten. Die Nase ist faszinierend, tief und reich, aber auch voller Finesse und Spannung. Das Mostgewicht war hier nicht besonders hoch, aber der Wein hat eine ungeheuerliche Dichte. Grüne und gelbe Quitte, auch deutlich weißer Pfirsich, Alge, Meeresbrise, maritime Aromen, wilder Fenchel, kräuterwürzig, tonisch, frisch. Aus den alten Reben kommt hier schon ordentlich viel Schub und zugleich eine Dramatik und Konzentration, die sich am Gaumen immer weiter aufbaut. Vielschichtig, seidig, dramatisch tief und faszinierend in seiner ganzen Art. Das erinnert schon deutlich an die Silvaner von Teschke, die ja neben Saalwächters wohl die Besten Rheinhessens waren – und bei Bischel setzt sich diese Erfolgsstory glücklicherweise fort. Schon mit dem Erstlingswerk ein großer Wurf, weil er so spannend und geheimnisvoll daherkommt. Von Teschke wissen wir, dass diese Weine irre gut reifen, daher schätze ich das Potenzial dieses Silvaners auch auf viele Jahre. Ich bin sehr verblüfft von diesem Stoff. 95-97/100